Samara - Russische Förderation

Enstehung der Partnerschaft

Der Stuttgarter Gemeinderat hatte bereits in den 70er Jahren Interesse an einer Partnerschaft mit einer russischen Stadt signalisiert. Wegen der fehlenden Anerkennung West-Berlins als Mitglied des Deutschen Städtetags wurde das Vorhaben aber zunächst nicht weiter verfolgt. Erst nach der Wiedervereinigung konnten die Gespräche aufgenommen werden. Bei einem Treffen deutsch-sowjetischer Partnerstädte in Biberach kam auf Vermittlung der Russischen Freundschaftsgesellschaft ein Kontakt zwischen Stuttgart und Samara zustande. Die russische Seite zeigte großes Interesse an einer Partnerschaft. Bereits im Juni 1992 wurde die Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet.

 

Vier Frauen aus Samara in FolklorekleidungVergrößern
Folkloregruppe in Samara. Foto: Stadt Stuttgart

Samara im Porträt

Samara wurde im 16. Jahrhundert als Grenzfestung des russischen Reiches gegen die Krimtataren gegründet. Später rief Zarin Katharina II Ausländer auf, nach Russland ein-zuwandern. Dem folgten auch Deutsche. So entstanden in der Nähe von Samara im 19. Jahrhundert deutsche Siedlungen. Samara entwickelte sich zu einem der wichtigsten Industriezentren des Landes und zu einer Handels-, Wissenschafts- und Verwaltungsstadt. Während des Zweiten Weltkrieges war die Stadt (vormals Kujbyschew) provisorischer Sitz der Regierung und hatte, vor allem auch nach dem Krieg, aufgrund ihrer Rüstungsindustrie (Luft- und Raumfahrt) als geschlossene Stadt eine besondere Stellung.

Gebäudeansicht des Schauspielhauses in SamaraVergrößern
Das Schauspielhaus in Samara. Foto: Stadt Stuttgart

Samara in Fakten

  • Städtepartnerschaft seit: 1992
  • Staat: Russland
  • Bedeutung: Hauptstadt des Gebiets (Oblast) Samara an der mittleren Wolga: Historisches, kulturelles, wissenschaftliches und industrielles Zentrum der gesamten Wolga-Region, verkehrsgünstige wirtschaftliche und geographische Lage, Konzentration der Luft- und Raumfahrtwissenschaft und -industrie, 27 Universitäten und Hochschulen, 80 Forschungsinstitute, Rohstoffe, überregionale Behörden und Institute
  • Einwohner: 1,2 Millionen (Stadt Samara), 3,3 Millionen (Gebiet Samara)
  • Attraktionen: Akademisches Theater für Oper und Ballett und zahlreiche andere Schauspiel- und Puppentheater, Philharmonie, Folkloregruppen, erste Kindergemäldegalerie Russlands, Gemäldesammlung des Kunstmuseums, Heimatkundemuseum, Stalinbunker, Literaturmuseen Alexej Tolstoi und Maxim Gorki, altes Stadtbild, Wolgapromenade und -strand, Schuguli-Berge mit Nationalpark "Samarskaja Luka"
  • Höhepunkte: Tag der Stadt (Mai), regionales Wolga-Festival des Kinderkunsthandwerks "Wolschskije usory", Gruschin-Festival der Wanderlieder und Liedermacher. Internationale Messen in den Ausstellungszentren "Expo-Dom" (Getränke- und Verfahrenstechnik "Drinks and DrinkTech", Fremdenverkehr, Transportwesen "Samara-TransExpo") und "Expo-Wolga" (Landwirtschaft "Samara-Agro", Bauindustrie und Bürokommunikaton / Computertechnik)

Weitere Informationen zu Samara


vom Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Staatsuniversität Samara

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