Bäche, Flüsse, Seen

Bäche, Flüsse, Seen - sie gehören zu den wertvollsten Bereichen unserer Stadtlandschaft, sowohl landschaftsästhetisch als auch ökologisch. Stuttgart hat viele dieser kleinen Oasen zu bieten: Rund 170 km Fluss- und Bachläufe und über 63 Hektar Seenfläche liegen im Stadtgebiet.
Zu den bekanntesten Stuttgarter Gewässern gehören der Neckar, der Max-Eyth-See, die Parkseen, bestehend aus dem Neuen See, dem Bärensee und dem Pfaffensee. Darüber hinaus durchzieht Stuttgart ein wahres Aderwerk an Bächen und man findet viele kleinere Seen und Wasserflächen.

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Fluss im Körschtal. Foto: Amt für Umweltschutz

Gewässerbelastungen durch industriellen Aufschwung

In der Vergangenheit wurden die Gewässer oft stark belastet, in dem man zum Beispiel Abwasser einleitete, Auen bebaute oder intensiviert Landwirtschaft betrieb. Das führte zu einer starken Belastung der Gewässer oder einer monotonen Gewässerlandschaft. In Einzelfällen sind Bäche sogar als Abwasserkanal genutzt worden, wie in Stuttgart zum Beispiel der Nesenbach.

Mit dem industriellen Aufschwung in den Nachkriegsjahren waren Abwasserbelastungen der Gewässer verbunden. Ihren Höhepunkt erreichte die Gewässerbelastung Anfang der siebziger Jahre. Der Neckar hatte zum Beispiel überdurchschnittlich große Abwassermengen bei vergleichsweise geringen Abflussmengen zu verkraften. Er rangierte Mitte der siebziger Jahre im Bereich Stuttgarts am Ende der Beurteilungsskala in Gewässergüteklasse IV, das heißt "übermäßig verschmutzt".

Priorität heute: Gewässerschutz

Eine geringere Abwasserbelastung der Gewässer stellte folgerichtig landesweit das vorrangige Ziel im Gewässerschutz dar. Kontinuierlich wurden daraufhin die Stuttgarter Klärwerke Mühlhausen, Ditzingen, Möhringen, Plieningen und die Regenwasserbehandlungsanlagen der Mischwasserkanalisation technisch verbessert und ausgebaut. Bald zeigten sich deutlich sicht- und messbare Erfolge. Lebten Ende der siebziger Jahre nur noch 23 Fischarten im Neckar, so sind es heute wieder erfreuliche 41.

Dass die Fließgewässer auch anderweitig beeinträchtigt sind, wurde durch das Abwasserproblem zunächst überlagert. Heute treten neue Aufgabenstellungen in den Vordergrund: Der Schutz und die Pflege unserer Bäche, Flüsse und Seen wird ganzheitlich gesehen. Nur so können sie ihre Funktionen als Lebensraum, als ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere und als Erholungsraum für den Menschen erfüllen. In Stuttgart wird dieses neue Bewusstsein im Gewässerschutz groß geschrieben, davon zeugen auch zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen. Und die Erfolge zeigen: man ist auf dem richtigen Weg.

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