Anforderungen für Erdwärmesonden

Um zu verhindern, dass sich verschiedene Grundwasserstockwerke verbinden oder Schadstoffe in das Grundwasser eindringen, muss das Bohrloch bzw. der Bohrlochringraum sicher abgedichtet werden. Die Erdwärmesondenbohrungen müssen daher mit einem vergleichsweise großen Bohrdurchmesser abgeteuft (Ringraumweite mind. 50 mm) und mittels Abstandshaltern zentrisch ins Bohrloch eingebaut werden.

Nach den Empfehlungen des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) vom 03.02.2009 sind landesweit Erdwärmesonden auf die Oberfläche des Gipsspiegels zu begrenzen. Im Hinblick auf die derzeitige Praxis bei der Ausführung von Erdwämebohrungen befürchtet das LGRB, dass es bei der Durchteufung von Anhydrit-führendem Gebirge, welches häufig unter dem Gipsspiegel ansteht, infolge Quellerscheinungen zu Gebäudeschäden kommen kann.

Die untere Wasserbehörde als zuständige Genehmigungsbehörde schließt sich der Fachauffassung des LGRB an. Dies bedeutet, dass im gesamten Stadtgebiet Stuttgart Erdwärmebohrungen bis auf weiteres maximal auf die Oberfläche des Gipsspiegels zu begrenzen sind. Nähere Informationen:

Pressemeldung des Regierungspredidiums Freiburg - Abt.9 LGRB vom 06.06.2009

Gemeinderatsdrucksache Nr.8/2009 (PDF - 18 KB)

Detaillierte Informationen zur Sulfatgesteinsverbreitung und zum Höhenniveau sulfatgesteinsführender Schichten, aus denen sich die Mächtigkeit der geothermisch nutzbaren Schichtabschnitte ableiten lässt, sind der "Positivkarte Geothermie" zu entnehmen.

Positivkarte Geothermie

Rund 60 % der Stuttgarter Gemarkungsfläche liegen innerhalb des Heilquellenschutzgebiets von Stuttgart-Bad Cannstatt und -Berg. Wenn Erdwärme in diesem Bereich genutzt werden soll, sind besondere Anforderungen an die Tiefe der Bohrungen und die Beschaffenheit des Wärmeträgermediums zu berücksichtigen. Die wesentlichen Anforderungen sind im folgenden PDF dargestellt.

Anforderungen für Erdwärmesonden (PDF - 5 KB)

Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Erdwärmesonden grundwasserverträglich sind, dem Untergrund nicht übermäßig Wärme entziehen (Frostbildung) oder das Grundwasser zu sehr erwärmen. Die Temperaturänderungen und deren räumliche Auswirkungen müssen lokal begrenzt sein. Bei kleineren Anlagen ist dies unproblematisch. Kritisch sind mittlere und große Anlagen (zum Beispiel zum Heizen oder Kühlen eines größeren Gebäudes). In diesen Fällen muss bereits beim Antrag stellen die grundwasserverträgliche Nutzung durch entsprechende Prognosen nachgewiesen oder ggf. beobachtet werden (Monitoring).
Weitere Anforderungen, die abhängig sind von der Anlagengröße, sind im folgenden PDF dargestellt:

Anforderungen für Erdwärmesonden - abhängig von der Anlagengröße (PDF - 5 KB)


Wasserschutzgebiete

Je größer die Anlagen sind und je nach Zone/Lage innerhalb des Heilquellenschutzgebiets, desto höher sind die baulichen und betrieblichen Anforderungen. Verboten sind Erdwärmesonden im Stadtgebiet Stuttgart in den Zonen I und II von Trinkwasserschutzgebieten. In den weiteren Schutzzonen (Zone III/IIIa) muss im Einzelfall entschieden werden.

Wir regen daher an, sich möglichst frühzeitig mit dem Amt für Umweltschutz - untere Wasserbehörde - in Verbindung zu setzen.

Die Ansprechpartner sind:

Bereich Ansprechpartner
Allgemeine Auskünfte Herr Nikolaus Hellenthal
Nördliche Stadtbezirke
(Feuerbach, Mühlhausen, Münster, Stammheim, Weilimdorf, Zuffenhausen)
Herr Marcel Secker
Innere Stadtbezirke
(Bad Cannstatt, Botnang, Mitte, Nord, Ost, Süd, West)
Strasser, Annette
Südliche Stadtbezirke
(Hedelfingen, Möhringen, Plieningen, Sillenbuch, Uhlbach, Ober- und Untertürkheim, Vaihingen)
Herr Louis Afagnibo

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