Planungsschritte bei Erdwärmenutzung

Für das Errichten und den Betrieb von Erdwärmesonden, die im Stadtgebiet Stuttgart liegen und ins Grundwasser reichen, ist vorab eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der unteren Wasserbehörde beim Amt für Umweltschutz zu beantragen.

Dem Antrag (als pdf unter "Formulare") sind folgende Angaben und Unterlagen beizufügen:

1. Projektverantwortung bzw. -zuständigkeit,

2. Lage des Vorhabens,

3. Prognose der geologischen/hydrogeologischen Verhältnisse / Schichten- und Stockwerksfolge

4. technische Ausführung wie

  • vorgesehene Bohrtiefe,
  • Art des Herstellungsverfahrens (z.B. Erdwärmesonden: Voll-/Kernbohrung mit Flüssig-/Luftspülung),
  • Bohrlochdurchmesser,
  • ggf. Schutzvorkehrungen gegen Schadstoffverschleppungen (z.B. Sperrrohre),
  • Art und Durchmesser der Wärmetauscher,
  • Baustoff zum Gebirgsanschluss/der Ringraumabdichtung,
  • Wärmeträgermedium (Menge, Inhaltsstoffe, Wassergefährdungsklasse).

Bei mittleren und größeren Vorhaben müssen Prognosen erstellt werden die erfassen, wie sich die Temperaturveränderung im Grundwasser räumlich ausdehnt. Gegebenfalls kommen auch noch Angaben für ein Monitoring dazu.

Weitere Informationen

Alle Bohrungen für Erdwärmesonden müssen vorab auch beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Urachstraße 23, 79102 Freiburg schriftlich angezeigt werden (Bohranzeige nach § 4 Lagerstättengesetz).

Falls die Bohrungen über 100m in die Tiefe reichen, ist neben der wasserrechtlichen Erlaubnis meistens ein bergrechtlicher Freigabebescheid erforderlich. (Bohranzeige nach § 127 Bundesberggesetz und § 4 Lagerstättengesetz).

Nur in Ausnahmefällen (z.B. bei besonderem technischen Aufwand) ist stattdessen ein bergrechtlicher Betriebsplan nach § 51 ff Bundesberggesetz erforderlich. Dieser beinhaltet die wasserrechtliche Erlaubnis (§ 37 Abs. 5 WG).