2007 - Karl-Hermann Blickle

Karl-Hermann Blickle wurde am 13. Juli 1950 in Rosenfeld im Zollernalbkreis geboren. Aufgewachsen ist er in einem christlichen Elternhaus mit - so er selbst - hoher Wertschätzung fürs Judentum. Anfang der 70er Jahre, nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre, war er zwei Jahre lang Geschäftsführer einer Textilkooperative in Ramallah/Westbank im Rahmen eines Projekts der Entwicklungszusammenarbeit. Eine prägende Zeit, in der er auch in engen Kontakt zu Israel und Jerusalem gekommen ist und in der persönliche und geschäftliche Verbindungen entstanden sind.

Blickle engagiert sich seit 1987 im "Verein Alte Synagoge Hechingen". Als Vorstandsmitglied setzt er sich dort in der von der "Initiative Hechinger Synagoge" wiederaufgebauten Synagoge für ein regelmäßiges Programm zu jüdischer Geschichte Hechingens, sowie zu jüdischer Religion und Kultur ein. Gleichzeitig ist Blickle in zahlreichen weiteren Vereinen und Institutionen in führenden Positionen aktiv. Zu diesen zählen der "Denkendorfer Kreis für christlich-jüdische Begegnung", das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik und der Freundeskreis Shavey Zion e.V.

Seit dem vergangenen Jahr ist Karl-Hermann Blickle Mitglied im Stiftungsrat der Leo Baeck Foundation in Berlin. Der Hauptzweck dieser Stiftung ist die Unterstützung des Abraham Geiger-Kollegs in Berlin, einer jüdischen Ausbildungsstätte für Rabbiner in Deutschland, die im Herbst letzten Jahres die ersten in Deutschland nach dem Krieg ausgebildeten Rabbiner ordinieren konnte. Das jüdische Abraham-Geiger-Kolleg verleiht seit 1999 den Abraham-Geiger-Preis. Stifter der Preissumme ist Karl-Hermann Blickle. Zuletzt ging der Preis 2006 an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann. Seit mehr als zehn Jahren setzt sich Blickle zudem mit dem von ihm initiierten Verein "Freunde Ramallahs" für den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern ein.

Karl-Hermann Blickle betrachtet den christlich-jüdischen Dialog als unverzichtbare Voraussetzung für sein eigenes religiöses Verständnis. Er möchte dazu beizutragen, dass jüdisches Leben in Deutschland neu entstehen kann. Eine Chance dazu sieht er in der Zuwanderung und Integration russischer Juden.

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Karl-Hermann Blickle - Otto-Hirsch-Medaille 2007