Wie erhalte ich eine Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis?

Die Vorschriften über Einreise und Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland weisen je nach Herkunftsland des Einreisenden einige Unterschiede auf. Generell wird dabei zwischen Angehörigen der EU bzw. EWR-Staaten und Angehörigen aus anderen Staaten unterschieden.

Bürger von EU- und EWR-Staaten

Bürger von EU- und EWR-Staaten sind deutschen Staatsangehörigen aufenthalts- und arbeitsrechtlich überwiegend gleichgestellt. Zur Einreise genügt ein Personalausweis oder Reisepass. Ein Visum ist nicht erforderlich. Die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit ist in der Regel problemlos.

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Quelle: LHS

Ausländer aus anderen Staaten

Ausländer aus anderen Staaten benötigen bereits vor der Einreise neben dem Reisepass ein Visum. Für manche Länder gibt es aufgrund internationaler Verträge Ausnahmen, die den Zugang zur selbstständigen Tätigkeit unter erleichterten Bedingungen vorsehen. Dies betrifft die Dominikanische Republik, Indonesien, Iran, Japan, Philippinen, Sri Lanka, Vereinigte Staaten von Amerika sowie das MOE-Abkommen für Rumänien und Bulgarien.

Den Visumsantrag und zusätzliche Informationen hierzu erhalten Sie bei der für Sie zuständigen Deutschen Botschaft oder dem Generalkonsulat. Eine Übersicht der deutschen diplomatischen Vertretungen im Ausland mit Adressenverzeichnis können Sie auch beim Auswärtigen Amt anfordern.

Weitere Informationen:

Geschäftsvisum

Das Geschäftsvisum wird im Regelfall für einen Aufenthalt bis max. 90 Tage erteilt. Spätestens zum Fristende muss auf jeden Fall die Ausreise erfolgen. Ein direkter Übergang in eine Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis ist nicht möglich. Das Geschäftsvisum bietet sich an, um Kontakte zu knüpfen, Geschäfte im Namen der Muttergesellschaft abzuschließen und Vorbereitungen zur Ansiedlung zu treffen.

Visum, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis

Um in Deutschland dauerhaft (länger als 90 Tage) geschäftlich tätig zu werden, ist ein Visum für den Erwerb einer (befristeten) Aufenthaltserlaubnis erforderlich. Dieses ist ebenfalls bereits vor der Einreise im Heimatland bei der Deutschen Botschaft oder dem Generalkonsulat zu beantragen. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt zur Aufnahme einer selbstständigen Betätigung.

Folgende Schritte sind notwendig:

  • Einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis bei der Deutschen Botschaft/Konsulat im Heimatland stellen und eine Kopie hiervon an die Wirtschaftsförderung per Fax senden.
  • Der Antrag wird auch von der Industrie- und Handelskammer oder anderen Institutionen bewertet. Deren Stellungnahme beeinflusst die Erteilung der Aufenthaltsgenehmigung.
  • Ggf. Gründung einer Gesellschaft und Eintrag in das Handelsregister.
Die Aufenthaltserlaubnis wird nach der Einreise von der örtlichen Ausländerbehörde in der Regel für 1 Jahr erteilt, solange die Voraussetzungen weiter vorliegen. Die Aufenthaltserlaubnis kann verlängert werden. Nach ca. 5 Jahren kann eine (unbefristete) Niederlassungserlaubnis erteilt werden.

Für die Aufenthaltserlaubnis muss eine Krankenversicherung nachgewiesen werden. Eine Reisekrankenversicherung ist hierfür regelmäßig nicht ausreichend.

Sofern Sie Fragen zur Aufenthaltserlaubnis haben, können Sie sich gerne auch direkt mit der Ausländerbehörde in Verbindung setzen:

Informationen erhalten Sie auch beim Auswärtigen Amt.

Niederlassungserlaubnis

An die Stelle der unbefristeten Aufenthaltserlaubnis und der Aufenthaltsberechtigung nach dem bis zum 31.12.2004 gültigen Ausländergesetz ist am 1.1.2005 die Niederlassungserlaubnis nach dem Aufenthaltgesetz getreten. Sie berechtigt zur Ausübung jeder Erwerbstätigkeit und ist zeitlich und räumlich unbeschränkt.

Informationen zur Niederlassungserlaubnis:


 
 

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