Vielfalt der Böden

Vielfalt durch unterschiedliche Ausgangsgesteine und Naturräume

Drei typische natürliche Bodenprofile Stuttgarts:

Abbildung: Drei BodenprofileAbbildung: Drei Bodenprofile (von links nach rechts): Pelosol Braunerde aus Gipskeuper (Wangener Höhe), Parabraunerde aus Filderlehm (Degerloch), Auenboden aus Neckarablagerungen (Mühlhausen), Fotos: Amt für Umweltschutz

Stuttgart liegt im Zentrum des Süddeutschen Schichtstufenlandes. Für die Bodenbildung ist die Geologie, sprich das Ausgangsgestein bzw. -substrat, ein wichtiges Kriterium. Das Stadtgebiet lässt sich in folgende Naturräume einteilen:


Die Filderebene

Die Filderebene, eine fruchtbare Hochfläche, die von schwarzem Jura getragen wird und weithin von mächtigem Lößlehm überdeckt wird. Bei Löß handelt es sich um sehr feines Bodenmaterial, das in den Wärmeperioden der Eiszeiten (Periglazial) durch Winderosion über weite Strecken transportiert und an anderer Stelle abgelagert wurde.

Aus dem angewehten Löß entstanden typische Parabraunerden. Diese findet man auch dort, wo Löß und Verwitterungsprodukte des Unterjuras zu Filderlehmen vermengt sind.


Der Stuttgarter Talkessel

Der Stuttgarter Talkessel ist eine durch den Nesenbach ausgeräumte 2-3 km breite Hohlform im Keuperbergland, die sich nur nach Nordosten zum Neckartal hin öffnet. Im Süden wird der Talkessel von den Keuperrandhöhen begrenzt. Hier sind noch einige Zeugenberge des Schwarzen Juras enthalten (zum Beispiel Frauenkopf 462 m ü. NN).

Größere Verebnungen von Hängen mit Stubensandstein des Keuperberglandes sind meist waldbestanden. Durch das stark wechselnde Ausgangssubstrat ist eine Vielzahl von Böden enstanden. Natürlicherweise haben sich Braunerden, tonigere Pelosol-Braunerden oder Parabraunerden gebildet.

Im Norden schließt sich das lückenhaft mit Löß bedeckte Gipskeuperhügelland an. Dieses geht in die mächtige lößbedeckte Muschelkalk- und Lettenkeuperhochfläche des Gäus (Langes Feld, Schmidener Feld) über. Das gesamte Gäu ist mit Löß der Würm-Eiszeit bedeckt. Die Bodentypen entsprechen den reinen Lößböden der Filderebene.


Neckartal

In der Neckartalaue sind in Stuttgart heute durch die stark genutzten, überbauten und aufgefüllten Auen- und Uferbereiche so gut wie keine natürlichen Auenböden mehr zu finden.

Der Beginn der siedlungsgeschichtlichen Entwicklung im Großraum Stuttgart war eng an das vorhandene natürliche Bodeninventar gebunden. Mittlerweile sind durch die Urbanisierung die natürlichen Böden in weiten Teilen durch anthropogene Böden überprägt (ca. 50 %). Hier gibt es zum Teil erhebliche Probleme für den Naturhaushalt.

 
 

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