Kastenbau und Stollen

Einst war die Fassade des Kastenbaus drei Meter hoch. Seit dem Bombenangriff 1943 sind nur noch ein Teil der Vorderfront und der Gewölbekeller erhalten.

Ebenso wie das Palmsche Schloss hatte der Kastenbau viele unterschiedliche Funktionen. Fruchtkasten ist sein zweiter Name, da er Scheune und Speicher für die Freiherren von Palm war. Später war der Gewölbekeller Lagerraum für Kartoffeln, Rüben und Wein der Mühlhäuser.

Geschichte als Luftschutzstollen

Vor Beginn des zweiten Weltkriegs wurde der Keller zum Luftschutzbunker umgerüstet. Zusätzlich wurde unter dem Schlossparkhügel ein Luftschutzstollen mit zahlreichen Verzweigungen gebaut. Auch die Firma Bosch nutzte die Stollentauglichkeit von Mühlhausen und sperrte einen Teil des Stollens - vermutlich für ihre Produktion - ab. Insgesamt ist der Luftschutzstollen 1176 m² groß.

Heute sind von den fünf ursprünglichen Eingängen noch zwei erhalten. Ein Eingang liegt im Keller eines Mühlhäusers. Der andere Eingang zum Stollen ist im Keller des Kastenbaus. Von dort aus wurde der Stollen mit Geröll aufgefüllt und steht teilweise unter Wasser.

alte Mauer in grauen Blocksteinen mit zwei TürenVergrößern
Der Stolleneingang. Foto: Bezirksamt Mühlhausen