Landwirtschaft und Erholung

Bereits im 6. Jahrtausend v. Chr. hat es Ackerbau auf der fruchtbaren Filderebene gegeben. Obst- und Weinbau ist in Stuttgart seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. urkundlich erwähnt, wobei zuvor schon die Römer Obstsorten und Wein eingeführt haben. Die ertragreichen Böden Stuttgarts haben einen wesentlichen Beitrag zur örtlichen Siedlungsgeschichte geleistet.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie der Garten- und Weinbau sind auf gute und intakte Böden angewiesen. Bei einer vernünftigen, nachhaltigen Bewirtschaftung sind diese Nutzungen für den Boden im Stadtgebiet unschädlich.

Vereinzelt kommt es zu Problemen, wenn Materialien wie zum Beispiel Klärschlamm, Kompost oder ungeeignetes Bodenmaterial nicht fachgerecht auf- oder eingetragen werden. Dabei entstehen im Boden neben Schadstoffanreicherungen bereichsweise auch hohe physikalische Schädigungen wie Verdichtungen oder Erosion.

 


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Foto: Amt für Umweltschutz

Dennoch ist die Wiederverwertung von geeignetem Erdaushub grundsätzlich sinnvoll. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen richtig durchgeführt sind und eine Bodenverbesserung bewirken. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um eine unerlaubte Abfallentsorgung.

Im Vorfeld einer Auffüllung muss daher geprüft werden, ob das Liefermaterial zu dem Boden der Auftragsfläche passt und ob eine Genehmigungspflicht besteht. Hier hilft das Merkblatt "Geländeauffüllungen im Außenbereich" des Amts für Umweltschutz weiter (siehe unter Publikationen).

Auffüllungen von mehr als 500 m² Fläche oder 2 m Höhe müssen beantragt und naturschutzrechtlich genehmigt werden (§ 24 Naturschutzgesetz Baden-Württemberg, § 49 Landesbauordnung).

Der ausgefüllte Antrag ist bei der Unteren Naturschutzbehörde im Amt für Umweltschutz rechtzeitig, das heißt mindestens sechs Wochen vor Baubeginn, einzureichen.

Ein weiterer wesentlicher Nutzungsaspekt von unbebautem Boden ist die Erholung. Beinahe alle naturnahen Böden und deren spezifische Nutzungen wie Wald, Acker- und Weinbau oder ausgedehnte Parkanlagen eignen sich für diverse Freizeitaktivitäten.

Auch die zahlreichen "Stückle", also Kleingärten, leisten hierzu einen Beitrag. Hier garantiert insbesondere ein sorgfältiger Umgang mit Bodenzuschlagsstoffen (zum Beispiel Dünger, Kompost) intakte und gesunde Bodenverhältnisse.

KleingartenanlageVergrößern
Foto: Amt für Umweltschutz

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