Bei welchen Erkrankungen besteht ein gesetzliches Tätigkeitsverbot nach § 42 Infektionsschutzgesetz?

Bei nachstehend benannten Erkrankungen besteht ein gesetzliches Tätigkeitsverbot nach § 42 Infektionsschutzgesetz.

Typhus abdominalis, Paratyphus

Die Erreger sind Salmonella typhi und paratyphi. Ihre Aufnahme erfolgt vorwiegend durch Wasser und Lebensmittel, die damit verunreinigt sind. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, das über mehrere Tage ansteigt und unbehandelt wochenlang anhalten kann. Weitere Symptome sind Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen. Es kann zusätzlich Verstopfung auftreten, später bestehen häufig "erbsbreiartige" Durchfälle. Aufgrund der guten Wasser- und Lebensmittelhygiene sind die beiden genannten Erreger bei uns nicht verbreitet. Typhus und Paratyphus verlaufen ähnlich; allerdings sind die Symptome bei Paratyphus weniger schwer.

Beide Erkrankungen werden in der Regel aus endemischen Gebieten wie Afrika, Südamerika oder Südostasien in Form einer Reiseerkrankung importiert oder treten in Regionen auf, in denen sich die hygienischen Verhältnisse aufgrund von Katastrophen oder Kriegseinwirkungen dramatisch verschlechtert haben.

Gegen Typhus stehen mehrere Schutzimpfungen zur Verfügung. Wenn Sie beruflich oder privat in die betroffenen Länder verreisen wollen, sprechen Sie Ihren Hausarzt/-ärztin, Ihren Betriebsarzt/-ärztin oder Ihr Gesundheitsamt an. Im Gesundheitsamt werden Sie zur Notwendigkeit einer Impfung beraten.

Cholera

Die Erreger sind Cholerabakterien. Ihre Aufnahme erfolgt durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Auch eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Die Infektion verläuft in der Regel als Durchfallerkrankung mit Erbrechen und Bauchschmerzen. Der Stuhl ist milchig weiß, ohne Blutbeimengungen. Fieber ist nicht typisch. Bei schwerem Verlauf ist der Flüssigkeitsverlust hoch und der Körper trocknet aus. Merkmale sind tiefliegende Augen und stehende Hautfalten.

Auch dieser Erreger kommt nur in Gegenden mit schlechten hygienischen Voraussetzungen und mangelhafter Trinkwasserversorgung vor - wie Ostasien, Südamerika und Afrika.

Eine Schutzimpfung mit dem in Deutschland im Moment zugelassenen Impfstoff wird nicht empfohlen. Allerdings sind im Ausland besser verträgliche und wirksamere Impfstoffe verfügbar. Sie können über eine internationale Apotheke bestellt werden. Deshalb sollten Sie bei Reisen in ein Risikogebiet auch dazu Ihren Hausarzt/-ärztin, Ihren Betriebsarzt/-ärztin oder Ihr Gesundheitsamt ansprechen.

Shigellose (Bakterielle Ruhr)

Die Erreger sind Shigellen. Ihre Aufnahme erfolgt meist von Mensch zu Mensch in der Regel bei mangelhafter Hygiene der Hände, aber auch durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser. Shigellen sind hochinfektiös, das heißt, um krank zu werden, genügt die Aufnahme von nur wenigen Bakterien! In Kindereinrichtungen sind auch bei uns immer wieder Epidemien beschrieben worden.

Die Erkrankung beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Kopf- und krampfartigen Bauchschmerzen. Die anfänglich wässrigen Durchfälle sind bald blutig. Der Erreger ist auch in Deutschland heimisch. Die Shigellose ist also keine typische Reisekrankheit. Mit ihrem Auftreten muss jederzeit gerechnet werden.

Salmonellen-Infektionen

Erreger sind zahlreiche Salmonellenarten, die aus infizierten tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Milch oder Eier aufgenommen werden. Die häufigste Erkrankung durch Salmonellen ist der akute Brech-Durchfall mit Bauchschmerzen und mäßigem Fieber. Allerdings können die Symptome erheblich schwanken. Diese Krankheitserreger sind weltweit verbreitet, mit einer Infektion ist jederzeit zu rechnen. Die Erkrankung tritt häufig in den Sommermonaten auf.

Magen-Darm-Erkrankung durch andere Erreger

Auch andere Bakterienarten wie zum Beispiel Staphylokokken, bestimmte Colibakterien, Campylobacter, Yersinien oder Viren wie zum Beispiel Rota-, Adeno-, Norwalkviren können Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen verursachen.

Hepatitis A oder E

Die Erreger sind Viren. Ihre Aufnahme erfolgt durch Nahrungsmittel oder Trinkwasser, die mit Hepatitis-A- oder Hepatitis-E-Viren behaftet sind. Auch Übertragungen von Mensch zu Mensch sind möglich, da das Virus mit dem Stuhl ein bis zwei Wochen nach der Infektion ausgeschieden wird. An infektiöser Gelbsucht erkranken hauptsächlich Erwachsene.

Symptome für eine Erkrankung sind Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und eine Leberschwellung. Während das Hepatitis-A-Virus auch bei uns verbreitet ist, kommt das Hepatitis-E-Virus hauptsächlich in Asien, Afrika und Zentralamerika, aber auch in Südosteuropa vor. Es handelt sich in der Regel um importierte Infektionen nach Fernreisen.

Beide Erkrankungen verlaufen ganz ähnlich; die Übertragungswege sind gleich. Gegen Hepatitis A kann man sich durch Impfungen schützen. Vor Reisen in südliche Länder sollten Sie unbedingt an eine Schutzimpfung denken und Ihren Hausarzt/-ärztin, Ihren Betriebsarzt/-ärztin oder Ihr Gesundheitsamt darauf ansprechen.

 
 

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