Spielflächenleitplan / Kinder- und Jugendgerechte Quartiersplanung in Stuttgart
Der Spielflächenleitplan betrachtet auf gesamtstädtischer Ebene die Versorgungssituation mit Frei- und Spielräumen. Er ermöglicht es auf diese Weise, Quartiere mit Handlungserfordernissen zu identifizieren und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Darüber hinaus enthält der Spielflächenleitplan grundlegende Anforderungen an die Gestaltung eines kinder- und jugendfreundlichen Wohnumfelds.
Das Planwerk stellt damit einen wichtigen Orientierungsrahmen für die Kommunalpolitik sowie die umsetzenden Fachämter der Stadtverwaltung dar.
Publiziert wurde der Spielflächenleitplan, dessen Erarbeitung durch den Kinderbeauftragten des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung erfolgt, erstmals 1977 und zuletzt im Jahr 2007. Mit der Fortschreibung 2011/2012 wurde eine datentechnische Aktualisierung, Evaluierung und inhaltliche Weiterentwicklung vorgenommen. Die Konkretisierung und Umsetzung des Planwerks setzt dabei verstärkt auf die direkte Einbindung von Kindern und Jugendlichen.
So wurde 2012 von Seiten des Stadtplanungsamtes und in Kooperation mit dem Jugendamt sowie dem Jugendhaus "das CANN" das Pilotprojekt der "kinder und jugendgerechten Quartiersplanung" in Bad Cannstatt initiiert.
Im Seelberg und der Winterhalde besteht ein hoher Handlungsdruck. Laut der Fortschreibung des Spielflächenleitplans 2011/2012 verfügt der Seelberg über eine überdurchschnittliche Zahl an Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig sind die beiden Quartiere durch eine geringe Anzahl an kinder- und jugendgerechten Freiflächen sowie eine geringe Wohnumfeldqualität gekennzeichnet.
Im Rahmen des Projekts haben sich daher seit Mitte 2012 über 200 Kinder und Jugendliche aus dem Seelberg und der Winterhalde Gedanken darüber gemacht, wie ihr direktes Wohnumfeld verbessert werden könnte.
Die jungen Bad Cannstatter haben dabei über die lokalen Einrichtungen (Schulen, Kitas, Aktivspielplatz, etc.) an einer Fragebogenaktion, am Bau von Quartiersmodellen, dem Zeichnen von Mental Maps und Stadtteilrundgängen teilgenommen. Die Jugendlichen diskutierten unter anderem mit Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer und dem Fernsehschauspieler Ingo Lenßen über Defizite in ihrem Quartier.
Durch den umfassenden Beteiligungsprozess konnten beispielsweise Angsträume und verkehrliche Gefahrenbereiche identifiziert werden, aber auch Orte die bei den Kindern und Jugendlichen einen großen Zuspruch finden.
Alle Verbesserungsvorschläge, wie etwa der Wunsch nach einer besseren Beleuchtung von Unterführungen oder der Umgestaltung von Straßenräumen und Spielflächen, wurden vom Stadtplanungsamt gebündelt und grafisch in einem Quartiersplan aufgearbeitet.
Ihre Anliegen stellten die Kinder und Jugendlichen selbst in einem "Kinder- und Jugendforum" im Dezember 2012 vor. Die Ergebnisse wurden von den anwesenden Bezirksbeiräten, der Polizei und den Vertretern der Verwaltung anschließend intensiv mit den Kindern und Jugendlichen diskutiert.
Nach einer fachlichen Prüfung durch die umsetzenden Ämter wird die Realisierung der Maßnahmen im Zeitraum 2013 bis 2014 angestrebt. Die Anwendung des Werkzeugs der "kinder und jugendgerechten Quartiersplanung" auf weitere Stadtteile ist geplant.
Fortschreibung Spielflächenleitplan 2011/2012 (PDF - 10 MB)
Projektinfo Kinder- und Jugendgerechte Quartiersplanung Seelberg/Winterhalde (PDF - 4,9 MB)
Quartiersplan Seelberg/Winterhalde (PDF - 1,4 MB)
Weitere Informationen
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