Möhringen - Leinenwebertradition

In Möhringen wurde über viele Jahrhunderte Flachs angebaut und zu Leinen verarbeitet. Neben der allgemeinen Landwirtschaft stellte dies die wichtigste Erwerbsquelle dar. Während die Männer meist auf den Feldern arbeiteten, übernahmen die Frauen und oft auch die Kinder die Leinenweberei.

Das Esslinger Spital, dem Möhringen damals gehörte, war einziger Abnehmer der Stoffe und konnte den Preis bestimmen.

Zu Hochzeiten waren in Möhringen etwa 300 Webstühle in Betrieb. Heute erinnert im Heimatmuseum Möhringen noch ein etwa 2x2m großer Webstuhl und verschiedene Textilien an diese Zeit.

Mit Aufkommen der Textilfabriken rund um Möhringen wurde die Leinweberei unrentabel. Trotz eines kleinen "Weberaufstands" Anfang der 20er Jahre, bei dem die Weber ihren früheren Kollegen, die jetzt in einer der Textilfabriken arbeiteten, auflauerten, starb das Handwerk. 1924 verließ der letzte Möhringer Haupterwerbsweber seinen Webstuhl.

Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fabriken zerstört oder beschädigt. Handgewebte Textilien waren daher wieder gefragt und die Webstühle in Möhringen wurden wieder wichtig. Ab 1948 gab es hier sogar eine Kreiswebschule. Mit dem Wirtschaftswunder kehrten allerdings auch die Textilfabriken zurück, und so musste die Schule schon nach sieben Jahren wieder schließen.

Webstuhl im Heimatmuseum MöhringenVergrößern
Webstuhl; Copyright: Planungsstab Stadtmuseum
Möhringer TrachtVergrößern
Möhringer Tracht; Copyright: Planungsstab Stadtmuseum
Heimatmuseum Möhringen KleidVergrößern
Kleid; Copyright: Planungsstab Stadtmuseum
 
 

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