Geschichte von Möhringen

Die erste urkundliche Erwähnung Möhringens in der Geschichte belegt der Verkauf Möhringens durch die Gräfin Elizabeth von Tübingen an das Katharinenspital Esslingen am 15. Mai 1295. Eine Abschrift ist im Heimatmuseum Möhringen ausgestellt.

Elizabeth hatte das Möhringer Gebiet zur Hochzeit von ihrem Gemahl Pfalzgraf Gottfried von Tübingen geschenkt bekommen. Dieser hatte jedoch finanzielle Probleme und es kann - insbesondere weil Elizabeth so eindringlich die Freiwilligkeit des Verkaufs betont - vermutet werden, dass Gottfried die Schenkung auf diese Weise rückgängig machen wollte und den Verkauf erzwang.

So gehörte Möhringen über die folgenden 500 Jahre zu Esslingen. Sehr zum Leidwesen der Herren von Wirtemberg, die auf dem Weg zur Jagd in den Schönbuch einen Bogen um das ausländische Möhringer und Vaihinger Gebiet schlagen mussten.
Neben dem umfangreichen Grundbesitz in Form von Feldern, Wiesen und Wäldern waren die Möhringer selbst der wichtigste Besitz des Katharinenspitals. Zusätzlich zu genau festgelegten Abgaben, die auch Freie zu erbringen hatten, mussten die Leibeigenen Frondienste leisten. Außerdem wurde beim Tod eines Leibeigenen als eine Art Erbschaftsteuer das sogenannte "Besthaupt" verlangt, das beste Stück Vieh im Stall.

Als Esslingen 1802 die Reichsunmittelbarkeit verlor, wechselte Möhringen erneut den Besitzer: Zusammen mit Esslingen wurde es "wirtembergisch". Im 1806 gegründeten Königreich Württemberg gehörte die Gemeinde zunächst zum Oberamt Esslingen, bis sie 1942 mit der Eingemeindung dem Oberamt Stuttgart zugeordnet wurde.

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Siegel des Esslinger Spitals mit dem Bild der Hl. Katharina; Copyright: Planungsstab Stadtmuseum
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Siegel Möhringen Copyright: Planungsstab Stadtmuseum
 
 

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