Ohne Baustellen geht es nicht

Das Tiefbauamt der Landeshauptstadt Stuttgart nimmt viele Aufgaben im Interesse der Öffentlichkeit wahr. So ist es beispielsweise verantwortlich für

  • Bau, Unterhaltung und Betrieb von Straßen und Verkehrsbauten (Brücken, Tunnel usw.),
  • Bau, Unterhaltung und Betrieb der Kanäle,
  • die Koordinierung aller Arbeiten im öffentlichen Straßenraum gemeinsam mit anderen Leitungsträgern (Strom, Telefon, Gas, Wasser usw.)
Dem Tiefbauamt ist es wichtig, dass Sie mit möglichst wenig Unannehmlichkeiten durch Baustellen rechnen müssen. Dafür tut das Tiefbauamt einiges.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Sicherheitsaspekte spielen bei den Bauprojekten des Tiefbauamts eine herausragende Rolle. So wurde beispielsweise aus entsprechenden Überlegungen heraus die Idee des gemeinsamen Leitungskanals - das heißt ein Sammelkanal für alle Leitungen - begraben und in ein System aus verschiedenen Leitungen umgewandelt. Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen Leitungen wie zum Beispiel für Gas und Strom sind absolut zwingend.


Kompliziertes Netzwerk unter der Straßendecke

Kaum jemand kann sich vorstellen, wie viele Kilometer an Kabeln, Leitungen und Kanälen tatsächlich unter Straßen und Gehwegen verlegt sind. Um dieses Netzwerk in Ordnung zu halten, ist ein durchdachtes System notwendig. Gas-, Wasser- und Stromleitungen sowie das städtische Telefonnetz werden von der EnBW verlegt und gewartet. Die Deutsche Telekom und viele weitere Anbieter sorgen für Telefon- und Breitbandkabel. Das Tiefbauamt ist für sämtliche Kanäle und Verkehrssignalanlagen zuständig. Teilweise wird es dabei von anderen Institutionen unterstützt.

Alle Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, müssen sich nach strengen Sicherheitsnormen und bautechnischen Vorgaben richten, die genau den Ort und die Abstände der Leitungen bestimmen. Meist liegen Entwässerungskanäle und Rohrleitungen für Wasser, Gas und Fernwärme unter den Straßen, während Stromleitungen und Telefonkabel überwiegend in den Gehwegen verlaufen.

Dieses komplizierte System muss von Zeit zu Zeit gewartet, ergänzt oder erneuert werden - daher sind immer wieder Aufgrabungen notwendig.

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Unter der Straße. Foto: LHS

Straßenaufgrabungen für ein intaktes Kabelnetz

Alles sieht ganz einfach aus: Abends geht es über ein modernes Straßensystem nach Hause. Per Knopfdruck wird der multimediale Feierabend eingeläutet. Und wer möchte, kann direkt aus der Wohnung in die weite Welt surfen.

Diesen Komfort haben wir einer gut ausgebauten Infrastruktur zu verdanken, die von der Landeshauptstadt Stuttgart und anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt wird.

Die Konsequenzen der modernen Welt

Aber dieser hochentwickelte, ständig komplexer werdende technische Standard hat seinen Preis. Unter den Straßen verläuft ein riesiges Netz an Kabelsträngen, das dafür sorgt, dass unsere moderne Welt reibungslos funktioniert. Damit es intakt bleibt, sind regelmäßig Wartungs- und Erneuerungsarbeiten notwendig, die sich optisch oft als Straßenaufgrabungen manifestieren.

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Unter der Straße. Foto: LHS

Baumaßnahmen mit System

Straßen werden nicht willkürlich aufgegraben und wieder zugeschüttet, wie es oftmals den Anschein hat. Im Gegenteil. Jede bautechnische Maßnahme erfolgt erst, wenn alles bis ins Detail geplant ist.

Dabei koordinieren die Bauabteilungen des Tiefbauamtes alle Aufgrabungen im Stadtgebiet. Ein dafür erstellter Jahresplan wird im Frühsommer und Herbst aktualisiert. Dazu werden alle angemeldeten Maßnahmen nach Straßen und Hausnummern zusammengefasst.

Jede Aufgrabung schädigt die Straße in ihrer Substanz und bringt kleinere oder größere Verkehrsbehinderungen mit sich. Daher sind die zuständigen Behörden daran interessiert, so wenig Aufgrabungen wie möglich zuzulassen.


Alles auf einmal oder in Etappen

Bei umfangreichen Erneuerungsmaßnahmen wäre natürlich eine totale Stillegung des betroffenen Straßenabschnitts die schnellste und wirtschaftlichste Lösung.

Innerhalb von vier bis sechs Wochen könnten dann alle Leitungen ausgewechselt beziehungsweise repariert werden. Allerdings müssten die Anwohner während dieser Zeit ohne Wasser, Licht, Telefon und Heizung auskommen. Gleichzeitig wäre die Straße für den gesamten Verkehr, oft sogar für Fußgänger, gesperrt. Ein absolut unrealistisches Szenario.

Damit Alltags-, Berufs- und Geschäftsleben möglichst wenig beeinträchtigt werden, finden meist alle Arbeiten unter voller Ver- und Entsorgung sowie unter weitgehender Aufrechterhaltung des Verkehrs statt.

Um den Verkehrsfluss nicht zu sehr zu behindern, wird abschnittsweise aufgegraben. Dadurch entsteht bisweilen der Eindruck einer "ewigen" Baustelle. Diese Arbeitsweise garantiert aber, dass alle Anwohner weiterhin ihr Haus anfahren können und allenfalls stundenweise auf Strom, Wasser oder Heizung verzichten müssen.

 
 

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