Ferdinand Porsche

Ferdinand Porsche wurde am 3. September 1875 in Maffersdorf / Böhmen, heute Vratislavice nad Nisou in der Tschechischen Republik, geboren und starb am 30. Januar 1951 in Stuttgart.

Porsche konstruierte 1897 den Radnabenmotor, ein Elektromotor an der Radnabe, und wechselte 1898 zur "k. und k. Hofwagenfabrik Jacob Lohner & Co." in Wien. Im Lohner-Porsche-Elektromobil wurde der Radnabenmotor eingebaut, eine Sensation, die 1900 auf der Pariser Weltausstellung großes Aufsehen erregte.

Von 1906 bis 1923 war Ferdinand Porsche technischer Direktor der Austro-Daimler Motoren AG in Wiener Neustadt. Anschließend arbeitete er als Chefkonstrukteur und Vorstandsmitglied bei der Daimler Motoren AG, ab 1926 Daimler-Benz AG, in Stuttgart, die Renn- und Lastwagen herstellt. Porsche konstruierte 1910 einen 90 PS Vierzylinder-Wagen und gewann damit die Prinz-Heinrich-Fahrt. 1918 wurde er zum Dr. Ing. h.c. durch die Wiener Universität ernannt. Von 1929 bis 1931 war Porsche Chefkonstrukteur der Steyr-Werke in Österreich, wo er das Rohrrahmengestell mit Schwingachsen einführte und den "Steyr 30" sowie den "Steyr 100" konstruierte.

Ab 1931 kehrte er mit einem eigenen Konstruktionsbüro zurück nach Stuttgart. Dort entwickelte er Rennwagen, Modelle für Zündapp und die NSU-Werke und begann mit der Planung eines billigen Volkswagens. Zum seinem Team gehörten neben seinem Schwiegersohn Anton Piëch und dem Rennfahrer Adolf Rosenberger auch jene legendäre Truppe von Ingenieuren und Technikern, von der Ferdinand Piëch noch 60 Jahre später als "genial" und "traumhaft" schwärmt. Zu ihnen zählte zunächst der Chefkonstrukteur Karl Rabe - Porsches rechte Hand, er baute den Auto-Union-16-Zylinder und arbeitete auch am Käfermotor. Aber auch Karl Fröhlich, der zuständig für Getriebe war, Josef Kales, der Motorenspezialist, Joseph Zahradnik, er konstruierte Fahrwerke, der Karosserieexperte Erwin Komenda, Josef Mickl, Spezialist für Berechnungen und schließlich Franz Xaver Reimspieß, der konzeptionell arbeitete und das Volkswagen-Zeichen erfand.

Porsche begann 1932 die Entwicklung eines 16 Zylinder-Kompressor-Motors für Auto-Union und konzipierte für den gleichen Wagen erstmals eine Drehstabfederung. Am 26. Mai 1934 fand das Renndebüt der legendären Auto-Union Grand-Prix Wagen beim internationalen AVUS-Rennen in Berlin statt. 1936 gab es erste Versuchsfahrten mit dem Typ 60 Volkswagen, drei Jahre später wird der Volkswagen auf der Automobilausstellung in Berlin vorgestellt.

Während des Zweiten Weltkriegs flüchtete Porsche nach Gmünd bei Kärnten. Dort begann er 1947 unter der Leitung seines Sohnes Ferry, mit Unterstützung von Erwin Komenda, dem Karosseriespezialisten, und Karl-Peter Rabe, dem hauseigenen Chefkonstrukteur die Entwicklung eines zweisitzigen Sportwagens auf dem Plattformrahmen des Volkswagens. Unter der Projektnummer 356 entstand so der Porsche sowohl als Coupé als auch in einer offenen Version und wurde damit zum Stammvater einer ganzen Sportwagendynastie. Ab 1950 wurde in Stuttgart-Zuffenhausen der "Porsche Typ 356-Sportwagen" produziert. Bis zu seinem Tod leitete Ferdinand Porsche das Werk in Stuttgart-Zuffenhausen.

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Ferdinand Porsche. Foto: Porsche AG