Gesundheit, Soziales und Migration
Zuwanderinnen, Zuwanderer und deren Kinder kennen aufgrund sprachlicher und kultureller Gründe oft nicht alle Möglichkeiten im Bereich der Gesundheitsprävention. Ältere Migranten haben oft jahrelang die Rückkehr geplant, wollen nun aber doch bleiben und stehen vor ganz neuen Problemen. Wie an diesen Beispielen sichtbar wird, stehen Migranten und städtische Einrichtungen im Bereich Gesundheit und Soziales vor einigen Herausforderungen. In Stuttgart nehmen sich verschiedene Arbeitskreise und Projekte dieser Themen an.
Arbeitskreis Gesundheit und Migration
Der Arbeitskreis Gesundheit und Migration bündelt die Aktivitäten im Gesundheits- und Migrationsbereich innerhalb der Landeshauptstadt. Außerdem soll die Diskussion über die gesundheitliche Situation der Migranten angeregt werden.
Mehr Informationen zum Arbeitskreis Gesundheit und Migration finden Sie hier:
Behinderung und Migration
In Stuttgart haben etwa 56 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund. Bei der Einschulungsuntersuchung weisen Kinder aus Migrantenfamilien häufiger Entwicklungsdefizite auf, ihre Eltern nehmen jedoch notwendige frühe Hilfen bei Behinderung, Entwicklungsverzögerungen und chronischen Erkrankungen weniger in Anspruch. Auch in Sonderschulkindergärten und Sonderschulen nimmt der Anteil von Migrantenkindern zu.
Um Migrantenfamilien zu unterstützen und ihnen den Zugang zu frühen Hilfen und Beratungsangeboten zu erläutern und zu erleichtern, wurden im Jahr 2009 sieben Elternmentorinnen aus verschiedenen Herkunftsländern ausgebildet im Rahmen des Projekts "Mentorenschulung für Migranteneltern von Kindern mit Behinderungen". Diese Mentoren beraten und informieren Migrantenfamilien in der Muttersprache über Frühförder- und Beratungsangebote und begleiten sie zu Sonderschuleinrichtungen. Dieses Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.
Derzeit werden weitere Migranteneltern zu Elternmentoren ausgebildet. Die Zertifikatsverleihung findet am 3. Juli 2010 im Rahmen des Fachtags "Mein Kind hat eine Behinderung oder eine chronische Erkrankung. Wie kann ich es besser fördern?" im Stuttgarter Rathaus statt, um betroffene Familien aus der Türkei über die Frühförder- und Beratungsangebote in Stuttgart zu informieren.
Der Fachtag richtet sich an türkische Familien und an Fachleute aus dem pädagogischen, schulischen und medizinischen Bereich.
Frauen und Migration - Arbeitskreis Migrantinnen
Der Arbeitskreis Migrantinnen ist ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Institutionen, Beratungsstellen, Bildungsträgern und Einrichtungen der Stadt Stuttgart. Ziel ist die Vernetzung der Einrichtungen, die für Migrantinnen arbeiten.
Mehr Informationen zum Thema:
Fremdsprachiger Gesundheitswegweiser und Leitfaden Gesundheit
Sprachbarrieren und unzureichende Kenntnisse über die Funktionsweise des deutschen Gesundheitswesens erschweren oft den Zugang zu präventiven, kurativen und rehabilitativen Leistungsangeboten. Der fremdsprachige Gesundheitswegweiser möchte deshalb praktische Hilfestellung geben und fremdsprachliche Angebote in Stuttgart transparenter machen.
Hier geht's zum Gesundheitswegweiser:
Auch die Broschüre Leitfaden Gesundheit für Migrantinnen und Migranten in verschiedenen Sprachen kann weiterhelfen:
Gesundheitsprojekt "Mit Migranten für Migranten" - MiMi
Im Gesundheitsprojekt "Mit Migranten für Migranten" (MiMi) werden engagierte Migranten zu interkulturellen Gesundheitsmediatoren ausgebildet. Ihr erworbenes Fachwissen geben sie dann an ihre Landsleute in ihrer jeweiligen Muttersprache weiter.
Weitere Informationen:
Ältere Migranten
Ältere Migranten haben andere Bedürfnisse. Viele drohen unter anderem wegen mangelnder Sprachkenntnisse zu vereinsamen. Der Arbeitskreis "Ältere Migranten in Stuttgart" hat sich ihrer besonderen Lebenslage angenommen.
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