Behinderung und Migration
In Stuttgart haben etwa 56 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund. Bei der Einschulungsuntersuchung weisen Kinder aus Migrantenfamilien häufiger Entwicklungsdefizite auf, ihre Eltern nehmen jedoch notwendige frühe Hilfen bei Behinderung, Entwicklungsverzögerungen und chronischen Erkrankungen weniger in Anspruch. Auch in Sonderschulkindergärten und Sonderschulen nimmt der Anteil von Migrantenkindern zu.
Um Migrantenfamilien zu unterstützen und ihnen den Zugang zu frühen Hilfen und Beratungsangeboten zu erläutern und zu erleichtern, wurden im Jahr 2009 sieben Elternmentorinnen aus verschiedenen Herkunftsländern ausgebildet im Rahmen des Projekts "Mentorenschulung für Migranteneltern von Kindern mit Behinderungen". Diese Mentoren beraten und informieren Migrantenfamilien in der Muttersprache über Frühförder- und Beratungsangebote und begleiten sie zu Sonderschuleinrichtungen. Dieses Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.
Derzeit werden weitere Migranteneltern zu Elternmentoren ausgebildet. Die Zertifikatsverleihung findet am 3. Juli 2010 im Rahmen des Fachtags "Mein Kind hat eine Behinderung oder eine chronische Erkrankung. Wie kann ich es besser fördern?" im Stuttgarter Rathaus statt, um betroffene Familien aus der Türkei über die Frühförder- und Beratungsangebote in Stuttgart zu informieren.
Der Fachtag richtet sich an türkische Familien und an Fachleute aus dem pädagogischen, schulischen und medizinischen Bereich.