Stuttgarter Theaterpreis 2007 - Preisträger

false Der Stuttgarter Theaterpreis 2007 wurde am Sonntag, 9. Dezember 2007, im Theaterhaus Stuttgart zum Abschluss eines sechstägigen Theaterfestivals verliehen. Zu dem Festival waren sieben Theater-Ensembles aus Baden-Württembeg eingeladen worden.

Die Preisträger

Stuttgarter Theaterpreis (6.000 Euro) false

Nomad Theatre Ensemble (Stuttgart) für die Produktion "Große Szene am Fluss"

Aus der Begründung der Jury:
"Diese Produktion hat uns überzeugt durch die große Ernsthaftigkeit, mit der sich alle Beteiligten dem Text und seinem Thema, dem Krieg, gestellt haben. Durch die sehr klare Verwendung einfacher Mittel - Sand, drei karge Äste, Absperrband und mittendrin drei Männer, die wie in einer Versuchsanordnung aufeinander treffen: zwei Söldner, gespielt von Robert Atzlinger und Klaus Gramüller, und ein Journalist, Uwe-Peter Spinner. Vordergründig geht es darum, den Mord an einem Söldner aufzuklären, der mitten im Kriegsgebiet passiert sein soll. Letztlich aber geht es um den Weg, den die drei Männer bis zu diesem Punkt zurückgelegt haben und um die Möglichkeit zu leben inmitten der zerstörerischen Welt des Krieges. Daniel Klumpp inszeniert dies sehr zurückhaltend, führt aber die Figuren mit großer Klarheit und Stringenz, läßt den Text wirken, die Sprache der Körper, die Spannung des Spiels. ... In Zeiten der verbreiteten Sehnsucht nach Spektakeln, besticht diese Inszenierung durch Reduktion zugunsten einer Konzentration auf das Wesentliche des Theaters: den Text, den Schauspieler und die Szene."
Nomad Theatre - Große Szene am Fluss
Sonderpreis für eine herausragende Leistung (4.000 Euro) false

Figurentheater Wilde & Vogel (Stuttgart) für die Produktion "Spleen"

Aus der Begründung der Jury:
"Großartig, wie Vogel seine Figuren führt, sie mal zärtlich bewegt, sie mal forciert tanzen lässt, und immer stärker von ihnen ergriffen wird. ... Die Grenzen zwischen Objekten und Spieler werden virtuos erweitert, Vogel und seine Gestalten fügen sich in einem musikalisch bildnerischen Dialog zu einem spielerisch leichten, manchmal zum Schreien komischen Gesamtkunstwerk, das die innere Suche und das Getrieben-Sein, die Verzweiflung und die Gier nach Leben baudelairscher und heutiger Stadtschwärmer poetisch einzufangen versucht. ... Vogel reiht sich als Acteur nahtlos ein in die Welt der verrückten Fantasten, er wird gleichsam zu einer weiteren eigenen Figur, einem eigenen Darstellerwesen und erfindet sich ständig neu selbst. Durch zärtlich langsame, tänzerische Bewegungen oder durch zuckend- irres Körperspiel wird er zu einer puppenhaften Gestalt, die sich bezaubernd in das Panoptikum bizarrer Lebenswelten einfügt."
Figurentheater Wilde & Vogel - Spleen
Sonderpreis für eine außergewöhnliche Leistung (2.000 Euro) false

Regisseurin Tanja Richter und ihr Ensemble Fliegen ab Stuttgart

Aus der Begründung der Jury:
"Wir sind in unmittelbarer Nähe der drei Gestalten, ob wir wollen oder nicht. Wir wollen. Und wir sind unversehens mit gefangen im lächelnden Bermudadreieck von Freundschaft, Falschheit und Fantasie. Und in der Nähe wünschen wir uns mehr Inhalt, mehr Fundiertheit der drei Mal Leben. Und lächeln doch unwillkürlich und zufrieden mit. Dieses Kunststück, dieser Kunstgriff ist Tanja Richter und der Gruppe Fliegen ab Stuttgart dank eines überzeugenden, soliden Handwerks gelungen. Sie beschreibt Figuren, die doch so verletzlich sind, in einer Weise, die nie wehtut und immer sympathisch bleibt. Sie nutzt aufmerksam die Chancen eines Raums, der sich angenehm vom Erleben der Guckkastenbühne abhebt. Sie entlässt die Figuren nicht in eine Karikatur, sondern führt sie mit ihren Schwächen und Wünschen an der Hand durch ein Wirrwarr von Gefühlen und wohltemperierten Herzensräumen."
Fliegen ab Stuttgart - Wir bleiben in der Nähe
Publikumspreis (3.000 Euro) false

Fliegen ab Stuttgart (Stuttgart) für die Produktion "Wir bleiben in der Nähe"

Mitglieder der Jury waren false
  • Prof. Franziska Kötz, Leiterin der Schauspielschule Stuttgart
  • Rüdiger Meyke, Theaterreferent, Kulturamt Stuttgart
  • Petra von Olschowski, Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg
  • Ralf Siebelt, Regisseur, Landestheater Tübingen
  • Frederik Zeugke, Dramaturg und Künstlerischer Leiter Depot, Schauspiel Stuttgart
Zur Teilnahme waren nominiert false
  • Figurentheater Wilde&Vogel (Stuttgart) mit "Spleen"
  • Lokstoff! (Stuttgart) mit "Vorher/Nachher"
  • Cargo-Theater (Freiburg) mit "Glücklich ist, wer vergisst…"
  • Theater PAN.OPTIKUM (Freiburg) mit "Medea.Stimmen"
  • ARETHUSA (Konstanz) mit "Die Räuber"
  • Fliegen ab Stuttgart (Stuttgart) mit "Wir bleiben in der Nähe"
  • Nomad Theatre Ensemble (Stuttgart) mit "Große Szene am Fluss"