2008 - Cotta-Literaturpreisträger - Egon Schwarz

Egon Schwarz

Egon Schwarz wurde 1922 in Wien geboren. Die Familie emigrierte 1938 nach Bolivien, 1944 nach Chile, 1945 nach Ecuador und 1949 in die USA. Nach den abenteuerlichen Entbehrungen des Exils in Südamerika (geschildert in seiner bedeutenden Autobiographie Keine Zeit für Eichendorff. Chronik unfreiwilliger Wanderjahre) studierte er 1949-1954 deutsche und romanische Philologie. Er war zunächst Professor an der Harvard University und der Washington University und Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in Amerika, Europa und Neuseeland. Von 1961 bis zu seiner Emeritierung war er als Professor für deutsche Literatur an der Washington University in St. Louis/Missouri. Zahlreiche Publikationen zur spanischen, deutschen und österreichischen Literatur und Kultur, vor allem zur deutschsprachigen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts und der Exilliteratur liegen von ihm vor.

 

Schwarz ist einer der wichtigsten Vermittler deutscher Kultur in den Vereinigten Staaten. Seine Arbeiten zur österreichischen, deutschen und jüdischen Literatur hat Schwarz im Titel eines seiner Bücher unter den Satz Lessings gestellt: "Ich bin kein Freund von allgemeinen Urteilen über ganze Völker."

 

Die Jury stellte fest, Schwarz'' "unbeirrbares Interesse an der deutschsprachigen Literatur, seine Orientierung an deren Aufklärung und Klassik und sein souverän die jeweiligen theoretischen Moden ignorierender Humanismus machen ihn zu einem idealen Träger jener Auszeichnung, die den Namen des großen Verlegers des deutschen neunzehnten Jahrhunderts trägt. Mit ihm wird auch einer der letzten Repräsentanten der Exilliteratur geehrt."

 

Publikationen in deutscher Sprache (Auswahl)

  • Das verschluckte Schluchzen - Poesie und Politik bei Rainer Maria Rilke (1972)
  • Keine Zeit für Eichendorff. Chronik unfreiwilliger Wanderjahre (1979)
  • Ich bin kein Freund allgemeiner Urteile über ganze Völker - Essays über österreichische, deutsche und jüdische Kultur (Hrsg. von D. Goltschnigg und H. Steinecke, 2000)
  • Die japanische Mauer. Ungewöhnliche Reisegeschichten (2002).

 

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