Eduard Mörike

Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 als siebtes von dreizehn Kindern des Stadt- und Amtsarztes Karl Friedrich Mörike und seiner Frau Charlotte Dorothea in Ludwigsburg geboren und starb am 4. Juni 1875 in Stuttgart.

In Ludwigsburg besuchte er die Lateinschule und ab 1818 das Seminar in Urach. 1826 begann er seine Tätigkeit als Vikar in Nürtingen, 1827 und 1828 arbeitete er als Redakteur bei einer Zeitschrift und von 1834 bis 1843 war er Pfarrer im Ort Cleversulzbach. Mörike entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Lyriker (Dichter des Biedermeier) und eigenwilligsten Erzähler des 19. Jahrhunderts.

Nach seiner vorzeitigen Pensionierung war er unter anderem Literaturlehrer in Stuttgart, wo er von 1851 bis 1860 lebte. 1852 verlieh ihm die Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde, 1855 wurde er Hofrat und erhielt ein Jahr später eine Professur. In Stuttgart entstanden die Prosawerke: Das Stuttgarter Hutzelmännlein (1852), Die Hand der Jezerte (1853) und Mozart auf der Reise nach Prag (1855). Schriftsteller wie Storm, Heyse, Geibel und Turgenjew, knüpften zu ihm Bekanntschaft oder besuchten ihn.

Nach 1860 lebte Mörike an verschiedenen Orten, wie beispielsweise in Lorch, Stuttgart und Nürtingen, bis er ab 1871 bis zu seinem Tod wieder in Stuttgart verweilte. Eduard Mörike liegt auf dem Stuttgarter Pragfriedhof begraben.

Eduard Mörike - Ausschnitt aus einem Stahlstich von Carl Mayer von 1856Vergrößern
Eduard Mörike - Ausschnitt aus einem Stahlstich von Carl Mayer von 1856 nach einer Kreidezeichnung von Carl Kurtz. Foto: Marbach, Deutsches Literaturarchiv

Gedicht: "Er ist's"

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Spuren in Stuttgart:

Spuren des Dichters lassen sich zum Beispiel im Stadtarchiv Stuttgart finden. Dessen Bestand enthält unter anderem eine Mörikesammlung mit Unterlagen aus Mörikes Verwandten- und Freundeskreis.