Haus des Jugendrechts

Junge Menschen unter 21 Jahren, die eine Straftat begangen haben oder sozial auffällig geworden sind, sollen ihr Verhalten langfristig ändern - das ist das Ziel des Haus des Jugendrechts.

Dabei wird "face to face" gearbeitet: Der Betreffende kennt seine Polizeibeamten, seine Jugendstaatsanwälte, seine Jugendhelfer im Strafverfahren und seine Richter. Die  jungen Menschen erhalten in ihrem direkten Lebensumfeld Unterstützung und Hilfe, dort wird auch ermittelt und verhandelt. Im Haus des Jugendrechts Bad Cannstatt und Münster arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe unter einem Dach zusammen. In den sieben Stadtbezirken Obertürkheim, Untertürkheim, Zuffenhausen, Stammheim, Mühlhausen, Feuerbach und Weilimdorf bleiben Polizei und Beratungszentren des Jugendamtes vor Ort.

Justizia - Broschüre Haus des Jugendrechts Was hat sich bewährt?
  • einheitliche Zuständigkeiten
  • Wohnortprinzip
  • feste Ansprechpartner
  • paralleles, abgestimmtes und zeitnahes Handeln: Dadurch verkürzen sich langwierige Prozesse und die Verfahrensdauer wird verringert. Dazu gehören z.B. Vorausmeldungen der Polizei an die Staatsanwaltschaft, (Fall-)Frühbesprechungen und Hauskonferenzen.
  • frühzeitige Einbeziehung der Beratungszentren 

Das alles schafft Transparenz und Verlässlichkeit gegenüber den Tatverdächtigen und auch gegenüber den Opfern. Mit diesem Verfahren kann rasch und konsequent auf die Verfehlungen der jungen Menschen reagiert werden. Dabei geht es nicht nur um Sanktionen, sondern auch um Hilfsangebote und individuelle Betreuung.


Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der fallbezogenen Prävention und der Zusammenarbeit mit anderen im Stadtbezirk tätigen Initiativen und Diensten, vor allem mit Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen. Gemeinsam konzipierte Präventionsprojekte wie "Knast kommt krass" und "Nachtwaldspiel" (sollen vor allem dazu beitragen, dass sich junge Menschen ihrem Alter entsprechend an das Gesetz halten.

Rückblick

Das erste Haus des Jugendrechts in Deutschland startete in Stuttgart am 1. Juni 1999 zunächst als Pilotprojekt mit einer erfolgreichen, vernetzten Zusammenarbeit folgender beteiligten Institutionen als "Behörden-WG" unter einem Dach - unter enger Anbindung des Amtsgerichts:

  •  Polizeipräsidium,
  • Jugendamt,
  • Staatsanwaltschaft,
  • Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt
Aufgrund positiver Erfahrungen und wissenschaftlich fundierter Bilanz, wird das Konzept seit 1. Mai 2006 auf Dauer fortgeführt.

Das Haus des Jugendrechts war zuerst zuständig für die beiden Stadtbezirke Bad Cannstatt und Münster.  Am 1. Januar 2015 wurde der Zuständigkeitsbereich um die sieben Stadtbezirke Obertürkheim, Untertürkheim, Zuffenhausen, Stammheim, Mühlhausen, Feuerbach und Weilimdorf erweitert. Damit umfasst es nun den gesamten Amtsgerichtsbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt mit ca. 232.000 Einwohnern, der von drei Jugend(schöffen)richterinnen betreut wird. Die Außenstelle der Staatsanwaltschaft im Haus ist nun mit zwei Jugendstaatsanwälten besetzt. Das Haus des Jugendrechts umfasst damit vier Polizeireviere und vier Beratungszentren Jugend und Familie.

Landes- und bundesweit (bspw. Pforzheim, Mannheim, Ludwigshafen, Köln, Frankfurt/Main, Jena) wurden zwischenzeitlich zahlreiche weitere Häuser des Jugendrechts eröffnet. 

Infomaterial

 
 

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