Friedrich Theodor Vischer

Friedrich Theodor Vischer wurde am 30. Juni 1807 in Ludwigsburg geboren und starb am 14. September 1887 in Gmunden am Traunsee. Er wurde bekannt als Protestantischer Theologe, Literatur-, Kunst- und Kulturkritiker, Philosoph und Publizist, Linkshegelianer und als Ästhetiker und Schriftsteller.

Vischer besuchte das Gymnasium illustre, das heutige Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart und ab 1821 das Seminar in Blaubeuren, wo er im September 1825 das Abitur bestand. 1825 bis 1830 studierte er Theologie, Philologie und Philosophie im Tübinger Stift, 1830 wurde er Vikar in Horrheim bei Vaihingen und 1831 bis 1833 war er Repetent in Maulbronn. Im Anschluss erhielt er eine Stelle als Privatdozent für Philosophie und Ästhetik in Tübingen. Von 1836 bis 1846 war er dort Professor für Ästhetik und deutsche Literatur. Wegen einer allzu freimütigen Antrittsrede, Vischer wandte sich gegen die Kirche und den Pietismus, wurde er für zwei Jahre suspendiert. 1848 war Vischer Abgeordneter der Linksdemokraten in der Frankfurter Nationalversammlung. Ab 1855 unterrichtete er für elf Jahre am Polytechnikum und der kantonalen Hochschule in Zürich. Danach war er bis 1877 als Ordinarius für Ästhetik und Literatur am Königlich Württembergischen Polytechnikum in Stuttgart, der Vorläufereinrichtung der Universität Stuttgart, tätig.

Vischer pflegte Freundschaften mit Eduard Mörike, Gottfried Keller und David Friedrich Strauß. Er war ein Bekannter Georg Wilhelm Friedrich Hegels und knüpfte Verbindungen zu Justinus Kerner, Ludwig Uhland und Friedrich Hölderlin.

Bekannte Werke

Bekannte Werke Friedrich Theodor Vischers sind die Faust-Parodie "Faust. Der Tragödie dritter Theil...Von Deutobold Symbolizetti Allegorowitsch Mystifizinsky" (1862), der tragik-komische Roman vom Kampf gegen die Tücke des Objekts "Auch einer" (1879) und "Leben und Tod des Joseph Brehm" eine Parodie auf den Bänkelsang, dessen völligen Niedergang Vischer in seiner Studentenzeit, aus der diese Parodie stammt, noch selbst erlebt hatte.

Als Vischers Hauptwerk gilt die sechsbändige Schrift "Ästhetik oder Wissenschaft des Schönen" (1846 - 1857). Außerdem arbeitete er an den von Arnold Ruge herausgegebenen linkshegelianischen "Hallischen Jahrbüchern" mit.