Otto-Hirsch-Auszeichnung

Die Otto-Hirsch-Medaille wurde seit 1985 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die christlich-jüdische Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Sie wurde zum 100. Geburtstag von Ministerialrat Dr. Otto Hirsch von der Stadt gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart (GCJZ) und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) gestiftet.

Auf Grundlage einer Satzungsänderung wird 2013 erstmals die Otto-Hirsch-Auszeichnung verliehen. Mit ihr können nicht nur einzelne Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um den christliche-jüdischen Dialog besonders verdient gemacht haben, sondern auch Gruppen und Initiativen aller Religionsgemeinschaften.

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Die Otto-Hirsch-Auszeichnung, die von der Künstlerin Christine Braun gestaltet wurde. Foto: Christine Braun

Biographie von Otto Hirsch

Dr. Otto Hirsch kam am 9. Januar 1885 in Stuttgart zur Welt. Er besuchte hier das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium und studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, Leipzig, Berlin und Tübingen. Nach seiner Promotion 1912 begann er seine Tätigkeit bei der Stadt Stuttgart. Als Ministerialrat im württembergischen Innenministerium war er 1921 Mitbegründer der Neckar-Aktiengesellschaft, wurde jedoch 1933 von den Nationalsozialisten aufgrund seines jüdischen Glaubens entlassen.

Otto Hirsch gründete 1926 mit seinem Freund Leopold Marx das Jüdische Lehrhaus Stuttgart und wurde 1930 Präsident des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Als Geschäftsführender Vorsitzender der Reichsvertretung der Deutschen Juden (1933-1941) setzte er sich unter schwierigsten Bedingungen für die verfolgten Juden ein. Mit seiner Hilfe konnten zehntausende Juden nach 1933 durch Auswanderung gerettet werden.

Otto Hirsch wurde im Februar 1941 zum dritten Mal verhaftet und am 19. Juni 1941 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet.

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Vorderseite der Otto Hirsch Medaille, die bis 2012 verliehen wurde
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Rückseite der Otto Hirsch Medaille, die bis 2012 verliehen wurde

Erinnerung an Otto Hirsch

Der frühere Leiter des Stadtarchivs, Paul Sauer, hat 1985 im Bleicher  Verlag das Buch "Für Recht und Menschenwürde. Lebensbild von Otto Hirsch (1885-1941)" mit zahlreichen historischen Dokumenten veröffentlicht.

Bereits 1958, bei der Eröffnung des Stuttgarter Hafens, wurden die Brücken, die Hedelfingen und Obertürkheim verbinden, nach Otto Hirsch benannt. Auf Hedelfinger Seite erinnert vor der Friedhofsmauer ein 1985 von Manfred Rommel enthüllter Gedenkstein an den "Vater des Neckarkanals. Auch ein 2007 eröffnetes Büro- und Einkaufszentrum in der Nähe trägt seinen Namen.

Die Otto-Hirsch-Medaille wird seit 1985 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die christlich-jüdische Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Sie wurde zum 100. Geburtstag von Ministerialrat Dr. Otto Hirsch von der Stadt gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart (GCJZ) und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) gestiftet.

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Otto Hirsch
Manfred Rommel 1985 bei der Enthüllung des Gedenksteins für Dr. Otto HirschVergrößern
Manfred Rommel 1985 bei der Enthüllung des Gedenksteins für Dr. Otto Hirsch