Lodz im Portrait

Lodz ist geographischer Mittelpunkt Polens und die zweitgrößte Stadt im Land. Sie liegt rund 120 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Warschau und ist Hauptsitz der Textilindustrie und der Unterhaltungs- und Elektronikbranche. Das Herz der Stadt ist die Piotrkowska Straße, in die alle Straßen von Lodz münden. Mit sieben Kilometern Länge und zahlreichen Kneipen, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Geschäften ist sie die längste Straße dieser Art in Europa. Hier findet sich eine interessante Mischung aus Palästen, Stadthäusern, Villen und alten Fabriken. Lodz, das auch als "polnisches Manchester" deklariert wird, ist voll von Erinnerungen an seine industrielle Hochphase im 19. Jahrhundert.

Kultur und Wissenschaft sind wichtige Standbeine der Stadt, die auch als Filmmetropole Polens gilt. Die staatliche Film- und Fernsehschule hat unter anderm so einflussreiche Regisseure wie Roman Polanski und Andrzej Wajda hervorgebracht. Einen guten Ruf geniesst auch die durch den Pianisten und Komponisten Arthur Rubinstein bekannte Philharmonie. Und im berühmten Kunstmuseum lagert Polens größte Sammlung moderner Kunst.

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Die sieben Kilometer lange, quirlige Piotrkowska Straße ist das Herz von Lodz. Rikschas sorgen dafür, dass auch größere Distanzen bequem überwunden werden können. Foto: Stadt Lodz

Geschichte der Stadt Lodz

Im Vergleich zu Warschau oder Krakau hat Lodz eine recht junge Geschichte. Die Anfänge der Siedlung gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Vom 14. auf das 15. Jahrhundert verwandelte sich das Bischofsdorf in ein kleines Zentrum, das der polnische König am 29. Juli 1423 zur Stadt erhob. Lodz hatte damit Mess- und Marktfreiheit gewonnen.

1798 wurde die noch immer recht kleine Stadt zum Regierungssitz. Ihr Aufstieg begann, als sie 1820 in den Kreis der Standorte für die heimische Textilindustrie aufgenommen wurde. Eine erste Niederlassung der Tuchindustrie entstand 1823. Die sich anschließende Phase großindustrieller Produktion brachte Lodz Blüte und Wohlstand unvorstellbaren Ausmaßes.

Hunderttausende Siedler aus ganz Europa, vor allem aber mit deutscher, jüdischer und polnischer Herkunft, kamen nach Lodz, um reich zu werden. Wer Erfolg hatte, baute imposante Paläste und Villen, Steinhäuser, gemeinnützige Gebäude, Gärten und Parkanlagen.

Durch den Umbruch 1989/90 wurde im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ein Neuanfang möglich. Während die Bedeutung der Textilindustrie stark zurück gegangen ist, beherbergt Lodz heute große Fabrikationen der Unterhaltungs- und Elektronikbranche sowie des Maschinenbaus. Außerdem ist es das Messezentrum Mittelpolens.

Lodz in Fakten

  • Städtepartnerschaft seit: 1988
  • Staat: Polen
  • Bedeutung: Hauptstadt der Wojewodschaft Lodz, Wirtschafts- und Industriestadt (Textilindustrie), Universitäten und Hochschulen (Filmhochschule)
  • Einwohner: 800.000
  • Attraktionen: Piotrkowska Straße: Das Herz der Stadt, in der sich durch Kirchen, Wohnhäuser, Hotels, Restaurants, Banken, Büros, Fabriken, Villen und Paläste die ganze Geschichte von Lodz spiegelt; Palast der Familie Poznanski (Museum für Stadtgeschichte); Palast der Familie Scheibler (Museum für Kinematografie): Villa Herbst und "Ksiezy Mlyn"- Siedlung (Arbeiter-Wohnungen); der alte Friedhof; der Jüdische Friedhof
  • Höhepunkte: YAPA-Studentenfestival des Wanderliedes (März), Internationale Messe für Telekommunikation (März), Festival der Theaterschulen (April), Lodzer Stadtfest (Mai), Internationales Jazzfestival "Jazz Melomanii" und Lodzer Ballett-Treffen (Mai), Festival der Filmmusik und "Mediaschol - internationaler Studentenfilm" (Oktober), "Aleksander-Tansman-Musikwettbewerb" (November), Lodzer (alternatives) Theatertreffen (Dezember)

 
 

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