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Integrationsbeauftragter Gari Pavkovic würdigt Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren

13.06.2007 Soziales
Heute Nachmittag würdigt der Integrationsbeauftragte der Landeshauptstadt Stuttgart, Gari Pavkovic, mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe das Engagement der 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Projekt MiMi - Mit Migranten für Migranten.
In Stuttgart haben etwa 40 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund. Nach wie vor ist ein Großteil der Migrantinnen und Migranten nicht vertraut mit dem deutschen Gesundheitssystem. Oft werden Vorsorgeangebote wegen sprachlicher und kultureller Barrieren nur unzureichend in Anspruch genommen. Herkömmliche Präventionsansätze haben Migrantinnen und Migranten bisher ebenfalls kaum erreicht.

Um ihre Gesundheitschancen nachhaltig zu verbessern, werden im Rahmen des Projekts MiMi deshalb Migrantinnen und Migranten direkt in die Gesundheitsförderung eingebunden. Nicht Gesundheitsförderung für Migranten, sondern mit und durch Migranten ist der Ansatz von MiMi.

Informationen in 20 Sprachen

Im Rahmen des Projekts wurden rund 30 Teilnehmer aus 13 verschiedenen Herkunftsländern und vier Kontinenten ab April 2006 geschult, um ihre Landsleute in der Muttersprache über das deutsche Gesundheitssystem, über Vorsorgemöglichkeiten und die Angebote der Gesundheitsdienste in Stuttgart zu informieren. Seit nunmehr einem halben Jahr bieten diese so genannten Gesundheitsmediatoren in 20 verschiedenen Sprachen selbst Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen der Gesundheitsförderung an - in Migrantenkulturvereinen, Moscheen, Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben und Stadtteilzentren.

Wichtige Präventionsarbeit

Das Projekt MiMi wird im Auftrag des BKK Bundesverbandes vom Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover in 16 deutschen Städten und Regionen durchgeführt. Für die Stadt Stuttgart hat die Stabsabteilung für Integrationspolitik bei der Landeshauptstadt Stuttgart die Federführung übernommen. Integrationsbeauftragter Pavkovic: "Zugewanderte haben ein höheres Erkrankungsrisiko als Einheimische, auch bei Kindern. Mit diesem Projekt erreichen wir vor allem Familien mit geringen Deutschkenntnissen, die mit unserem Gesundheitssystem wenig vertraut sind. Die zweisprachigen 'Brückenbauer' leisten somit eine wichtige Präventionsarbeit."

Die Zertifikate, die die Stuttgarter Mediatorinnen und Mediatoren erhalten, dokumentieren den Abschluss der Ausbildung und die erfolgreiche Durchführung von mindestens einer mehrsprachigen Informationsveranstaltung. Insgesamt wurden seit Oktober letzten Jahres 70 Veranstaltungen in Stuttgarter Einrichtungen und Vereinen durchgeführt, die von rund 850 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurden.

Das Projekt MiMi ist Teil der Initiative "Mehr Gesundheit für alle", in der der BKK Bundesverband zurzeit 30 regionale Modellprojekte und Strukturmaßnahmen für mehr Gesundheitsgerechtigkeit bündelt. Weitere Informationen über die Initiative "Mehr Gesundheit für alle" sind im Internet zu finden unter
Link-Pfeilwww.bkk.de/mehr-gesundheit-fuer-alle


Gesundheitsmediatoren buchen

Gebucht werden können die Gesundheitsmediatoren zu den Themen Tabakkonsum und Tabakentwöhnung, Mundgesundheit, Familienplanung und Schwangerschaft, Bewegung und Entspannung, gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, Kindergesundheit, Unfallprävention und Umgang mit Medikamenten bei der Projektkoordinatorin Stefanie Ender der Stabsabteilung für Integrationspolitik unter der Rufnummer 0711-216-1605 oder per Mail über stefanie.ender@stuttgart.de.

Die Übergabe findet um 17 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses statt.