Einweihung der Wolle-Kriwanek-Straße in Stammheim
Die Umbenennung der Stammheimer Wissmannstraße nach Wolle Kriwanek wird am Montag, 18. Mai, gefeiert. Bürgermeister Klaus-Peter Murawsi enthüllt um 16 Uhr das neue Straßenschild an der Ecke Nansenweg.
An den beliebten Schwabenrocker erinnert Paul Vincent Gunia, der mit ihm seit 1975 zusammenarbeitete und in seiner Band mitspielte. Auch die Witwe von Wolle Kriwanek nimmt an dem kleinen Fest teil. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von der Mundartband Wendrsonn. Schüler der Klasse 4a der Grund- und Hauptschule Stammheim verteilen Gebäck.
Mit der Straßenbenennung würdigt die Stadt Wolle Kriwanek, der am 29. Dezember 1949 in Stammheim geboren wurde und in dieser Straße aufgewachsen ist. Seine Eltern hatten ein Fotogeschäft in der Freihofstraße. Der Musiker starb unerwartet am 20. April 2003 an einer zuvor nicht entdeckten Herzgefäßschwäche.
Am Namen "Wissmannstraße", die bis 1957 Johannesstraße hieß, hatte es in letzter Zeit zunehmend Kritik gegeben. Der Afrikaforscher Hermann von Wissmann (1853-1905) war während der Kolonialisierung als Kommandant äußerst brutal vorgegangen, so Experten des Linden-Museums und des Stadtarchivs. Der Verwaltungsausschuss befürwortete daraufhin die Umbenennung im Februar einstimmig.
Die Anregung, die Straße nach Wolle Kriwanek zu benennen, war von der Stammheimer Bürgerin Gerda Lörcher gekommen. Kriwanek habe den Stadtbezirk durch sein Lied" I muass di Strossabah no kriaga, nur der Fünfer bringt mi hoim" bekannt gemacht. "Als Sonderschullehrer hat er sehr viel Gutes getan und sich sehr für behinderte Kinder eingesetzt", schrieb sie an Bezirksvorsteherin Tina Hülle. Diese brachte den Vorschlag im Bezirksbeirat ein, der ihn sogleich aufgriff. "Für Stammheim ist das ein ganz wichtiges Ereignis", sagt Tina Hülle.