Heizenergieverbrauch in Stuttgart gesunken, Heizkosten stark gestiegen
Trotz sinkenden Verbrauchs müssen die Stuttgarter für ihre Heizkosten tief in die Taschen greifen. Durchschnittlich 840 Euro kostete das Heizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl im vergangenen Jahr. Mieter mit Erdgasheizung zahlten 780 Euro, die Heizkosten für Fernwärme betrugen 690 Euro bei gleicher Wohnungsgröße. Das geht aus dem Heizspiegel Stuttgart 2009 hervor, den die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam mit der gemeinnützigen co2online GmbH veröffentlicht. Der Heizspiegel liefert Vergleichswerte zu Heizenergieverbrauch, Heizkosten und CO2-Emissionen für das Abrechnungsjahr 2008, getrennt nach den Energieträgern Erdgas, Heizöl und Fernwärme.
Stuttgart hatte zuletzt 2005 einen Heizspiegel veröffentlicht. Im Vergleich dazu haben die Stuttgarter im Abrechnungszeitraum 2008 zehn Prozent weniger Heizenergie verbraucht. "Das liegt zum Teil schlicht am Wetter", sagt der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn. "Im Jahr 2008 war es in Stuttgart vier Prozent wärmer als 2004. Die restliche Differenz geht auf Gebäudesanierungen und sparsameres Heizverhalten der Stuttgarter zurück." Trotz des rückläufigen Verbrauchs sind die Heizkosten im Vergleich zu 2005 gestiegen - um 54 Prozent bei Heizöl, 38 Prozent bei Erdgas und 31 Prozent bei Fernwärme. Die gestiegenen Energiepreise und Heiznebenkosten sind der Grund dafür.
Unabhängig von der Entwicklung der Energiepreise besteht in vielen Wohnhäusern der Landeshauptstadt ein enormes Sparpotenzial. Derzeit ist bei nur jedem zehnten Mehrfamilienhaus die Fassade gedämmt. In fast 60 Prozent der Gebäude sorgt noch ein alter, ineffizienter Heizungskessel für warme Heizkörper. Würden diese Sanierungsmaßnahmen kombiniert umgesetzt, würde sich der Heizenergiebedarf mehr als halbieren.
Neben einer kostenlosen Broschüre und dem Energiespar-Ratgeber im Internet umfasst der Heizspiegel Stuttgart auch einen schriftlichen Heizgutachten-Service. Das Gutachten zeigt, wo und in welchem Umfang Sanierungspotenzial besteht beziehungsweise ob die zuletzt gezahlten Heizkosten im Schnitt lagen. Zur Vorbereitung umfangreicher Investitionen empfiehlt das Amt für Umweltschutz darüber hinaus eine ausführliche Energiediagnose, die als "Vor-Ort-Beratung" über Bundesmittel gefördert wird. Hierfür stehen die Berater des Stuttgarter Energie-Beratungs-Zentrums und zahlreiche unabhängige Energieberater zur Verfügung.
Der Heizspiegel Stuttgart wird von co2online in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Stuttgart herausgegeben. Er ist einer von 45 kommunalen Heizspiegeln, die im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten Heizspiegelkampagne veröffentlicht werden. Mehr als 3400 Stuttgarter haben bereits den Energiespar-Ratgeber "Heizcheck" genutzt, rund 200 kostenlose Heizgutachten wurden während des ersten Stuttgarter Heizspiegels bestellt. Nun ist dieser kostenlose Service wieder bis 31. Dezember 2010 verfügbar.
Den Heizspiegel Stuttgart 2009 gibt es als kostenlose Broschüre bei der Infothek im Rathaus, bei den Bezirksämtern, bei der Umweltberatung, Gaisburgstraße 4, beim Mieterverein Stuttgart und Umgebung e.V., Moserstraße 5, beim Energieberatungszentrum Stuttgart e.V., Gutenbergstraße 76, sowie bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V., Paulinenstraße 47. Auf Wunsch wird der neue Heizspiegel von der Umweltberatung unter Telefon 216-6600 kostenlos versandt. Er steht auch zum Herunterladen im Internet unter www.stuttgart.de/heizspiegel bereit.
Heizspiegel und Energiespar-Ratgeber werden durch co2online betreut, das sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes einsetzt. co2online ist Träger der Kampagne "Klima sucht Schutz" (www.klima-sucht-schutz.de), der "Heizspiegelkampagne" (www.heizspiegel.de) und des "Energiesparclubs" (www.energiesparclub.de). Alle Kampagnen werden durch das Bundesumweltministerium gefördert.
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