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Psychisch Erkrankte erhalten Förderung bei der Aufnahme einer Tätigkeit

23.11.2010 Soziales
Die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer, hat den Mitgliedern des Sozial- und Gesundheitsausschusses am Montag, 22. November, eine erste Auswertung über ein seit Oktober 2009 bestehendes Angebot zur Beschäftigung und zu Zuverdienstmöglichkeiten für psychisch Erkrankte vorgelegt.
Arbeit und Beschäftigung spielen eine wichtige Rolle für die Stabilisierung und Gesundung psychisch Erkrankter. Bei einer psychischen Erkrankung kann jedoch die Leistungsfähigkeit zeitweise oder auf Dauer sehr stark eingeschränkt sein.

Viele, die aus diesem Grund keine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden und auch in beschützenden Werkstätten (WfbM) überfordert sind, können daher ihren Wunsch nach einer Tätigkeit kaum verwirklichen.

"Wir haben als Stadt eine besondere Verantwortung, einen Zugang zur Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung zu schaffen. Arbeit trägt dazu bei, gesellschaftlich Anerkennung zu finden, hilft den Tag zu strukturieren und stiftet Sinn im Alltag", betonte Bürgermeisterin Fezer.

Seit Oktober vergangenen Jahres wird erprobt, im Einzelfall die Aufnahme einer Beschäftigung zu fördern und damit gesetzliche Vorgaben umzusetzen. Das Angebot, stundenweise tätig zu werden, richtet sich an diejenigen, die psychisch erkrankt und unter 65 Jahre alt sind und die Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII), also beispielsweise Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit oder Leistungen der Eingliederungshilfe, erhalten.

Sie können in den Gemeindepsychiatrischen Zentren (GPZ), wo seit Langem schon kleine Arbeitsprojekte bestehen, oder in den Beschäftigungsprojekten der Arbeitshilfeträger in Stuttgart mit einer Tätigkeit beginnen. Dafür erhalten sie in Anlehnung an die Regelung bei den Arbeitsgelegenheiten (sogenannte Ein-Euro-Jobs) eine Aufwandsentschädigung sowie Fahrtkosten.

Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer konstatierte, dass in der Erprobungsphase 90 Personen mit einer Tätigkeit begonnen haben, die überwiegend unter sechs Stunden pro Woche ausgeübt wird. Neben der Mitarbeit in Küche und Hauswirtschaft sind Büro- und Montagearbeiten, Arbeiten im Grünbereich und handwerkliche Tätigkeiten am häufigsten vertreten. Durch die Kooperation der Arbeitshilfeprojekte sind darüber hinaus im Einzelfall weitere Tätigkeiten möglich geworden - für manche eine Chance, einen Schritt hin zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu tun.

Die Sozialverwaltung wird die Erfahrungen der Erprobungsphase, die noch bis zum 31. März andauert, weiter auswerten und das Konzept weiterentwickeln. Im nächsten Jahr soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen es auch anderen Leistungsempfängern nach SGB XII angeboten werden kann.