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Die wechselvolle Geschichte einer Cannstatter Korsettfabrik

21.02.2012 Stadtbezirke
Das Stadtmuseum Bad Cannstatt, Marktstraße 71/1 ("Klösterle"-Scheuer) zeigt von Mittwoch, 29. Februar, bis Sonntag, 8. Juli, die Ausstellung "Prima Donna - zur wechselvollen Geschichte einer Cannstatter Korsettfabrik".
Die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, eröffnet diese am Dienstag, 28. Februar, 19 Uhr. Neben der Bürgermeisterin spricht Dr. Anja Dauschek, Leiterin des Planungsstabs Stadtmuseum. Dr. Manfred Schmid vom Planungsstab und der Historiker Olaf Schulze führen in die Ausstellung ein.

Das Königreich Württemberg war seit Mitte des 19. Jahrhunderts Heimat der führenden Korsetthersteller in Deutschland. Stuttgart und Cannstatt gehörten von Anfang an zu den Hauptstandorten der sich zumeist in jüdischem Besitz befindlichen Firmen. In Cannstatt wurde 1865 eine Fabrik gegründet, die sich unter dem Namen S. Lindauer & Co. zu einem der bedeutendsten Hersteller von Korsetts entwickelte und ab 1890 erfolgreich die Marke "Prima Donna" auf dem Wäschemarkt etablierte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg folgte mit dem ersten industriell hergestellten Büstenhalter "Hautana" ein weiteres, international gefragtes Produkt.

Zwischen 1918 und 1933 kamen neue erfolgreiche Produkte dazu. Um die jüdische Firma nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten vor der Zwangsenteignung zu retten, wurde sie nach 1933 auf den Schwiegersohn Sigmund Lindauers, Wilhelm Meyer-Ilschen, überschrieben. Bis 1990 produzierte die Firma an ihrem Stammsitz in der Hallstaße in der Neckarvorstadt. Die Ausstellung beleuchtet Aspekte der Firmen- und Inhabergeschichte und wirft auch einen Blick auf weitere Korsetthersteller in Cannstatt.


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