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Stadt geht neue Wege im Personalmarketing und plant Maßnahmen zur Personalentwicklung und zum Personalerhalt

27.03.2012 Personalien
Im Wettbewerb um qualifiziertes Personal will sich die Stadtverwaltung verstärkt als attraktive Arbeitgeberin positionieren

Die Stadt geht deshalb neue Wege in der Personalwerbung. Außerdem sind Maßnahmen zur Personalerhaltung und Personalentwicklung geplant.

Die Stadtverwaltung Stuttgart steht in harter Konkurrenz zur regionalen freien Wirtschaft, die im Gegensatz zum öffentlichen Dienst zumindest finanziell oft größere Spielräume bei der Vertragsgestaltung hat.

 In der Verwaltung sind die Stellen fest dotiert. Besoldungsgruppen und ein kleinteiliger Tarifvertrag legen die Löhne und Gehälter fest.
Gewinnbeteiligungen, wie es vor wenigen Wochen bei den Automobilkonzernen gab, sind im öffentlichen Dienst nicht möglich.

"Als eindeutiges Plus gegenüber vielen anderen Arbeitgebern sind im Rathaus allerdings flexible Arbeitszeiten, variable Teilzeitbeschäftigungsmodelle und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein gutes Fortbildungsangebot selbstverständlich", so Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. "Die Stadt Stuttgart möchte ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an sich binden, diese fördern und weiterqualifizieren. Darüber hinaus bietet sie ihnen attraktive Aufstiegschancen."

Schuster wies zugleich darauf hin, dass diejenigen, die den Dienst am Menschen schätzen und sich für ihre Stadt einsetzen wollen, in der öffentlichen Verwaltung ideale Entfaltungsmöglichkeiten haben, so beispielsweise in der Stadtentwicklung, im sozialen Umfeld, in der Bildung oder im Gesundheitsbereich.

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Plakat: Stadt Stuttgart

Neue Werbekampagne

Vor diesem Hintergrund beschreitet die Stadt neue Wege beim Personalmarketing: Unter dem Motto "Wir sind schon da - wann kommen Sie?" werben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Gesichtern in Stellenanzeigen, auf Plakaten und auf stuttgart.de für die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin.

Die hauseigene Abteilung Kommunikation hat die neue Werbelinie gemeinsam mit dem für den Personalservice und die Personalentwicklung zuständigen Haupt- und Personalamt entwickelt. Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle, verantwortlich für alle städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hat dafür bei der Belegschaft angefragt, wer sich an einer Fotoaktion beteiligen und sein Porträt für städtische Plakate und Anzeigen sowie weitere Werbemaßnahmen zur Verfügung stellen will. Gesucht wurden keine Fotomodelle, sondern Männer und Frauen in ihrer ganzen Vielfalt und Individualität, quer durch alle Altersstufen und Ethnien.

"Ich war ebenso überrascht wie erfreut, dass sich so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeldet haben und Teil der Kampagne werden wollten", so Wölfle, "Das spricht für ein hohes Maß an Identifikation unserer Beschäftigten mit ihrer Arbeitsstelle. Das spricht aber auch für die Stadt als Arbeitgeberin."

140 Interessenten haben sich spontan gemeldet. Eine fünfköpfige Jury wählte 50 Kandidatinnen und Kandidaten aus und lud sie zu einem professionellen Foto-Shooting ein. Ab April werben sie als authentische Botschafterinnen und Botschafter für ihre Arbeitgeberin.

Für ein offensiveres Personalmarketing hat sich die Stadt unter anderem auch deshalb entschieden, weil die öffentliche Verwaltung den einsetzenden Fachkräftemangel bereits zu spüren bekommt. Angesichts des hohen Durchschnittsalters der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von knapp 45 Jahren will die Stadt dem Fachkräftemangel vorbeugen und qualifizierten Nachwuchs rechzeitig aufzubauen.

Zudem wandeln sich Berufsbilder. Die Stadtverwaltung will sich durch eine gezielte Personalwerbung den neuen Anforderungen stellen und sich mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut aufstellen.

Die Kommunen brauchen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keineswegs nur in den klassischen Verwaltungsberufen. Sehr gesucht sind Fachleute für Bereiche, die man nicht unbedingt in einem Rathaus vermuten würde, wie zum Beispiel klassisches Handwerk, Architektur, Medizin, Technik und IT. "Das scheint vielen potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern nicht bewusst zu sein. Sie nehmen bei ihrer Stellensuche kommunale Arbeitgeber häufig gar nicht erst in den Fokus", so Werner Wölfle.

Der Stadtverwaltung ist es ein wichtiges Anliegen, Mitarbeiter zu haben, deren Wurzeln in vielen unterschiedlichen Nationen liegen. Die Vielfalt in der Bevölkerung soll sich im eigenen Haus widerspiegeln. Dieses Ziel verfolgt die Stadt auch bei der Ausbildung. Mit ihrem, auf Jugendliche abgestimmten Werbeslogan "Deine Stadt - Deine Zukunft", will sie vor allem auch Schulabgänger aus Familien mit Migrationshintergrund ansprechen. Mit ihrem Bündnis für Integration hat die Stadt Stuttgart schon in den 90er-Jahren bundesweit von sich reden gemacht und wurde für ihr konsequentes Engagement auf diesem Gebiet mehrfach ausgezeichnet.

OB Schuster: "Mir persönlich liegt sehr daran, dass wir uns als internationale und interkulturelle Stadtverwaltung verstehen, in der jeder willkommen ist, unabhängig vom nationalen und sozialen Hintergrund. Stuttgart hat sich in den vergangenen Jahren zu einer gefragten Großstadt entwickelt, in der es ein breites Miteinander der Nationen, der Generationen und der sozialen Schichten gibt. Als Stadtverwaltung möchten wir dazu beitragen, dass sich dieses Miteinander weiterentwickelt. Wir arbeiten darauf hin, dass sich die nationale Vielfalt der Bürger auch in der Zusammensetzung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter widerspiegelt."

Der geografische Schwerpunkt der Werbekampagne liegt auf der Region und auf Baden-Württemberg. Doch auch deutschlandweit und gegebenenfalls auch international will sich die baden-württembergische Landeshauptstadt als Arbeitgeberin präsentieren und Bewerberinnen und Bewerber auch aus anderen Regionen für sich gewinnen.

Mit einem Argument schlägt sie dabei manch großstädtischen Konkurrenten: Die hiesige Lebensqualität ist sehr hoch, wie die aktuelle Bürgerumfrage beweist. 86 Prozent der Befragten wohnen gerne in Stuttgart. Die Landeshauptstadt bietet die Vorzüge einer Großstadt mit einer hohen Zahl an Arbeitsplätzen, guten Verdienstmöglichkeiten, einem vielfältigen Kultur- und Freizeitangebot und das alles umgeben von viel Wald und Grün.

Personal qualifizieren und erhalten

Der neue Weg in der Personalgewinnung kann jedoch nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn auch die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten stimmen. Im Wettbewerb um die besten Kräfte geht es deshalb neben der Gewinnung neuer Mitarbeiter auch darum, das bestehende Personal zu qualifizieren und zu erhalten. Die Wertschätzung des Arbeitgebers für die Beschäftigten soll zum Ausdruck kommen.

Das Referat Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser hat deshalb gemeinsam mit dem Gesamtpersonalrat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Personalgewinnung und Personalerhaltung entwickelt. Der Gesamtpersonalrat begrüßt das Vorgehen der Verwaltung ausdrücklich. Für den Gesamtpersonalratsvorsitzenden Uwe Theilen ist dies ein erster Schritt, um als öffentlicher Dienst auch zukünftig beim Kampf um die besten Köpfe bestehen zu können.

So vielseitig wie die Belegschaft sind auch die Maßnahmen, die dem Gemeinderat am Donnerstag, 29. März, zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die Palette reicht von der unbefristeten Übernahme von Azubis über die - wenn auch im Vergleich zur Industrie - bescheidenen Honorierung von Jubiläen, von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz bis hin zur Möglichkeit der Zahlung einer Arbeitsmarktzulage in bestimmten Fällen.

Eine Stärkung der Mitarbeiterbindung trägt wesentlich zu einer geringeren Fluktuation und damit zum Personalerhalt bei. Die Aufstockung des so genannten "Gemeinsamen Fonds", einem Zuschuss für Gemeinschaftsaktivitäten in den Ämtern, ist hier ein wichtiges Vorhaben.

Die Mehrzahl der Beschäftigten der Landeshauptstadt sind Frauen. Aber auch für Männer sind zunehmend Arbeitsplätze attraktiv, bei denen Beruf und Privatleben in Einklang gebracht werden können. Verschiedene Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind daher seit Jahren ein wichtiges Anliegen der Landeshauptstadt Stuttgart.

Ebenso gewinnt vor dem Hintergrund der verlängerten Lebensarbeitszeit die Thematik der Gesunderhaltung am Arbeitsplatz für alle Berufsgruppen zunehmend an Wichtigkeit. Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen fit und gesund im Beruf älter zu werden, ist gemeinsames Interesse von Arbeitgeberin und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Eine lebensphasenorientierte Personalentwicklung sowie aktuelle und zukunftsfähige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind ebenso wie vielfältige und wirksame Maßnahmen zur Arbeitssicherheit wichtige Bausteine.

Die Umsetzung des nun zur Entscheidung anstehenden Maßnahmenpakets umfasst ein Gesamtvolumen von jährlich über 2,8 Millionen Euro. Es soll nachhaltig dazu beitragen, dass die Stadt als verlässliche, vielfältige und moderne Arbeitgeberin sowohl bei den Beschäftigten als auch auf dem Arbeitsmarkt wahrgenommen wird.

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