Presse
  •  

Konzertsaison 2012/2013 der Stuttgarter Philharmoniker

Musik der Engel und Duelle mit Noten

Der neue Spielzeitplan der Stuttgarter Philharmoniker ist erschienen. Er enthält alle Abonnementkonzerte des städtischen Orchesters von Oktober 2012 bis Juni 2013. In drei Reihen werden 18 verschiedene Konzertprogramme präsentiert.

"Musik der Engel" lautet das Motto des "Abo Sextetts", der ältesten und traditionsreichsten Abonnementkonzertreihe der Stuttgarter Philharmoniker in der kommenden Spielzeit. Vom Herbst bis nächsten Sommer werden in sechs Konzerten großartige Musikstücke erklingen, die von himmlischen Wesen erzählen und vom Wunschtraum der Menschen, sich den Vögeln gleich in die Lüfte zu erheben.

Ludwig van Beethoven beispielsweise wünschte sich Flügel, um den Wiener Verhältnissen entfliehen zu können, und er schuf das musikalische Bild einer Engelsvision in seiner Oper "Leonore". Der kann man im ersten der sechs Konzerte in der Ouvertüre "Leonore Nr. 2" lauschen, erklärt der Dramaturg der Stuttgarter Philharmoniker, Albrecht Dürr.

Der russische Schriftsteller Boris Pasternak ("Doktor Schiwago") berichtet über seinen Komponistenfreund Alexander Skrjabin, dieser habe "mancherlei Arten erleuchteten Schwebens und schwereloser Bewegungen an der Grenze zum Fliegen entwickelt". Die Sinfonie Nr. 3 "Le Divin Poème" des großen musikalischen Mystikers ist das Hauptwerk im zweiten Konzert der Reihe.

Himmlischen Wesen begegnet man auch in Paul Dukas' Ballettmusik "La Péri", in Josef Suks großer Sinfonie "Asrael", in Gustav Mahlers "Auferstehungssinfonie" oder in der 7. Sinfonie "Angel of Light" des Finnen Einojuhani Rautavaara.

Dazu erklingen große Solokonzerte von Sibelius, Tschaikowsky, Rachmaninoff, Schostakowitsch und Brahms mit den Pianisten Lilya Zilberstein und Alexander Gavrylyuk sowie den Geigern Alina Pinchas und Valeriy Sokolov. Neben Chefdirigent Gabriel Feltz sind die Dirigenten dieser Reihe Muhai Tang, Gerd Albrecht, Vladimir Fedoseyev, Walter Weller und Ari Rasilainen.

 
Große Reihe

Die Große Reihe, das Abonnement mit neun Konzerten, trägt diesmal den Titel "Duelle mit Noten". Hier kommt es zum Treffen zwischen Komponisten und Königen, Künstlern und Kirchenfürsten, Dirigenten und Diktatoren. Darüber hinaus prallen Kollegenpaare aufeinander: Mozart und Salieri, Brahms und Wagner.

Der Bogen spannt sich vom Renaissance-Meister Palestrina bis zu begleiteten Stummfilmklassikern von Walt Disney und Charlie Chaplin. Sinfonien von Schostakowitsch, Beethoven, Bruckner, Mozart und Brahms bilden die Hauptwerke der Reihe.

Unter den Konzertsolisten sind die Klarinettistin Sabine Meyer, die Pianistinnen Anna Gourari und Jasminka Stancul, die Geiger Vadim Gluzman und Edoardo Zosi. Das Dufay Ensemble Freiburg singt Giovanni Pierluigi da Palestrinas Missa Pape Marcelli, der Flötist Jacques Zoon spielt Konzerte von Quantz und Carl Philipp Emanuel Bach. Neben Gabriel Feltz dirigieren Stefan Vladar, Jan Willem de Vriend, Andrea Marcon, Muhai Tang und Mark-Andreas Schlingensiepen.

 

Auf den drei Konzertprogrammen des Abonnements Terzett stehen Werke von Paganini und Bruckner, Mozart und Schumann sowie von Weber, Karol Szymanowski und Beethoven.

 
Lilya Zilberstein ist Artist in Residence

Die Pianistin Lilya Zilberstein wird als "Artist in Residence" in der nächsten Saison Klavierkonzerte von Tschaikowsky (27. November 2012), Mozart (20. Januar 2013) und Brahms (6. Juni 2013) mit den Philharmonikern spielen. Außerdem tritt sie mit Mitgliedern des Orchesters in einer Kammermusikmatinee auf.

Zilberstein war zum ersten Mal 2004 bei den Stuttgarter Philharmonikern zu Gast. Sie interpretierte alle vier Klavierkonzerte Rachmaninoffs und das erste Klavierkonzert von Tschaikowsky mit dem Orchester. Gemeinsam traten sie auch im Münchner Prinzregententheater und in der Züricher Tonhalle auf.

Ihren ersten internationalen Erfolg erlebte Lilya Zilberstein 1987 mit dem Gewinn des Busoni-Wettbewerbs in Bozen. Der Sieg war eine Sensation, erst fünf Jahre später wurde überhaupt wieder ein erster Preis vergeben. Die weltberühmte Pianistin Martha Argerich sagte in einem Interview mit La Repubblica im 26. August letzten Jahres: "Lilya ist eine vollkommene Pianistin, mit einer völlig natürlichen Spielweise, einfach Weltklasse! Zum Glück war sie nicht meine Konkurrentin beim Busoni-Wettbewerb 1957. Das wäre sehr schwer für mich geworden."

 
Informationen

Der Spielzeitplan 2012/2013 liegt unter anderem an der Infothek des Rathauses aus. Neue Abonnements können gebucht werden bei den Stuttgarter Philharmonikern im Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 28, Telefon 216-7843, Fax 216-3640, E-Mail philharmoniker@stuttgart.de. Geschäftszeiten sind montags bis donnerstags 9 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 15.30 Uhr, freitags 9 bis 12.30 Uhr und nach Vereinbarung. Weitere Informationen stehen auf www.stuttgarter-philharmoniker.de.


Verwandte Themen