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Stuttgart gewinnt Wettbewerb zum Thema Nachhaltigkeit

18.04.2012 Aktuelles

Wenige Tage nach der Bekanntgabe, dass das Land Baden-Württemberg und die Region Stuttgart zu den Siegern beim Bundeswettbewerb "Schaufenster Elektromobilität" gehören, hat die Stadt Stuttgart erneut einen Erfolg bei einem bundesweiten Wettbewerb erzielt.


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am Mittwoch, 18. April, die 16 Gewinner des Wettbewerbs "ZukunftsWerkStadt" bekannt gegeben. Darunter ist auch die Landeshauptstadt Stuttgart mit ihrem Projektvorschlag "Besser zur Fuß unterwegs in Stuttgart".

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster zeigte sich erfreut über die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb: "Gerade in einer Stadt wie Stuttgart mit seinen Stäffele, seinen vielen Grünflächen und Fußgängerzonen ist das Gehen die natürlichste Form der Bewegung. Zu Fuß gehen ist gesund, umweltfreundlich und preiswert.

Die natürlichste aller Fortbewegungen ermöglicht auch eine besondere Nutzung und Wahrnehmung des öffentlichen Raums. Wir wollen deshalb bessere Bedingungen für die Menschen schaffen, die sich in der Stadt zu Fuß bewegen oder dort verweilen wollen. Stuttgart wird dadurch noch lebenswerter für die Bürgerinnen und Bürger".

Mit dem Projekt, das mit bis zu 250.000 Euro gefördert werden kann, sollen verschiedene Aktivitäten realisiert werden. Dazu zählt die Formulierung eines klaren politischen Bekenntnisses zur Bedeutung in Form eines Grundsatzbeschlusses des Gemeinderats. Ein Grundsatzbeschluss soll die Leitlinien für den Fußgängerverkehr in Stuttgart definieren. Weiterhin soll ein Fußgängerforum mit Vertretern aus Politik, Bürgerschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden gegründet werden, das regelmäßig tagt. Um die Wegeverbindungen und die Aufenthaltsqualität in der Stadt bewerten und verbessern zu können, sollen neue Untersuchungsmethoden entwickelt werden, die das Aktivitäts- und Aufenthaltsverhalten erfassen.

Dazu sollen drei sogenannte Leuchtturm-Aktionen unter dem Motto "Besser zu Fuß durch Stuttgart" initiiert werden. In der Aktion "Making Walking Count" arbeiten Fachleute der Welt-Fußgängerorganisation "Walk 21" und Bürger zusammen, um gemeinsam den Fußgängerverkehr zu erfassen. Diese Aktion fand bereits in Städten wie London oder Vancouver statt. Stuttgart ist die erste Stadt in Deutschland, die an dieser Aktion teilnimmt.

In Kooperation mit dem Experten Daniel Sauter der Organisation "Mobility Research Zürich" und der Organisation "Walk 21" werden in der zweiten Aktion "Walking Audit" gemeinsam mit Bürgern drei Stadtbezirke auf Schachstellen, Hindernisse und Gefahrenquellen für den Fußgängerverkehr untersuchen. Der Handlungsbedarf wird ermittelt und möglichst beseitigt. Ein Fußgängeraktionstags ist im kommenden Jahr als dritte Aktion geplant.

OB Dr. Schuster will mit den vorgeschlagenen Maßnahmen eine ähnliche Dynamik erzielen wie bei der Förderung des Radverkehrs. Seit es dort Leitlinien und Strukturen gebe, sei der Anteil des Radverkehrs in der Stadt spürbar gestiegen. "In Stuttgart werden über 25 Prozent aller Wege zu Fuß zurückgelegt. In der Innenstadt liegt der Anteil noch deutlich höher. Es ist Zeit, dass wir Strukturen schaffen, die der Bedeutung des Fußverkehrs gerecht werden. Damit wird auch eine Plattform für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern geschaffen", so Schuster.

Dass der Fußgängerverkehr dem OB am Herzen liegt, hat er durch die Unterschrift unter die "International Charta für das Gehen" im vergangenen Jahr im Rahmen des Weltkongresses von "Cities for Mobility" unterstrichen. Weitere Maßnahmen und Aktivitäten sind geplant.

So wird im Sommer ein Teil der Tübinger Straße zu einer Mischverkehrsfläche, einem sogenannten "shared space", umgebaut, in dem sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt bewegen können. Im Rahmen des diesjährigen Kongresses des Netzwerks "Cities for Mobility" vom 1. bis 4. Juli wird in einem Workshop über das Thema Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer diskutiert, vor allem in Bezug auf neue Gefahrenquellen wie die Ablenkung durch Smartphones und MP3-Player oder geräuscharme Elektrofahrzeuge.


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