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Rege Bürgerbeteiligung bei der Planungswerkstatt Waldau

18.04.2012 Stadtplanung
Reges Interesse und eine sehr konstruktive Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger, Gruppen und Vereine an der Weiterentwicklung der Waldau: Dieses Fazit zog Dr. Stefan Eckl vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung bei der Abschlussveranstaltung der Planungswerkstatt Waldau am 17. April.

Das Institut hatte im Auftrag der Stadt Stuttgart - zusammen mit der Stadtverwaltung und einer breiten Öffentlichkeit - Bausteine für ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das die Waldau als attraktives Sport- und Erholungsgebiet gestalten soll.

Die Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit war von Anfang an ein Anliegen der Stadt gewesen. So konnten sich interessierte Bürger bereits im November letzten Jahres erstmals vor Ort informieren, es folgte die Planungswerkstatt mit einer Auftakt- und zwei Arbeitssitzungen, bei denen sich die Arbeitsgruppen "Sport und Bewegung", "Aufenthalts- und Erholungsqualität", "Image und Identität" sowie "Verkehr" gebildet hatten.

Bei fast allen Themen konnte schnell ein weitgehender Konsens erreicht werden, nur in der  Frage, wie das neu gestaltete Gebiet zu erschließen sei, wurde keine Einigung erzielt: Daher entstanden zwei Planungsvarianten.

Die hauptsächlichen Vorschläge im Einzelnen:

  • Den jetzigen Tennenplatz im Vorfeld des Gazi-Stadions zu einem familienfreundlichen zentralen Platz für Besucher der Waldau umwandeln und die Naturrasen- in bespielbare Kunstrasenplätze umbauen;
  • eine neue, mindestens dreifach teilbare Ballsporthalle mit Nebenräumen und Tiefgarage für den Schul- und Vereinssport erstellen - mit vereinsunabhängigen Sportangeboten wie etwa Beachvolleyball, einer Skaterbahn oder einem Fitnessparcours vor der Halle. Ein Abbruch der TSG-Gaststätte "Halbzeit" schafft eine Verbindung zur Eiswelt;
  • den bestehenden Spielplatz vergrößern und attraktiver gestalten sowie Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen;
  • eine Kalthalle erstellen sowie Flächen auf dem Gelände der Bezirkssportanlage für den  Freizeitsport nutzen, eventuell auch das Gelände des Luftbadevereins oder der EnBW;
  • einen barrierefreien Seniorenrundweg, ausgehend vom Seniorenzentrum, bauen und den bestehende Waldsportpfad mit dem Sportgebiet verknüpfen;
  • bestehende Wege innerhalb der Waldau besser ausbauen (barrierefrei am Guts-Muths-Weg) und beleuchten, mit Wanderwegen verknüpfen, Verbindungswege zu Waldgebiet, Zahnradbahn und Teehaus neu schaffen. Eingangsbereiche etwa bei Stadtbahn, Kiosk, Haus auf der Waldau und Fernsehturm besser und einheitlicher gestalten;
  • die Beschilderung zur und innerhalb der Waldau verbessern und Infotafeln an den zentralen Eingängen anbringen, ein gemeinsames Logo und eine Internetseite entwickeln und die Angebote besser vermarkten, etwa mit einer Waldau-Card.
Bei der geplanten Verkehrserschließung konnten sich die beteiligten Bürger dagegen auf keinen einheitlichen Lösungsvorschlag verständigen.  Doch auch hier gab es viele Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise den Vollanschluss des Gebiets an die Mittlere Filderstraße, die Abtrennung des Verkehrs von und nach Schönberg, die Tiefgarage unter der Ballsporthalle, den Parkplatz bei Eiswelt und TUS, die Neuordnung der Parkmöglichkeiten beim Gazi-Stadion und südlich der Jahnstraße, eine Parkscheibenregelung im Geogiiweg für Sportler und Anwohnerparken.

Vor allem die verkehrsgeplagten Anwohner verweigerten jedoch den Konsens zu einer Verkehrslösung, bei der die Waldau nach wie vor über das Königsträßle erschlossen würde (Variante 1). Hier bliebe die Schranke beim Georgiiweg erhalten, der Kesslerweg diente nur als Zufahrt zur Tiefgarage unter der Ballsporthalle, und der Guts-Muths-Weg bildete eine Einbahnstraße. Aus Angst vor noch mehr Verkehr drängte deshalb ein Teil der Bürger auf eine Variante 2,  bei der das Königsträßle teilweise gesperrt und der Durchgangsverkehr dadurch abgetrennt würde. Das Kletterzentrum und das Kickers-Gelände würden als Einbahnstraße über den Friedrich Strobel-Weg erschlossen, der Guts-Muths-Weg bliebe beidseitig befahrbar, der Keßlerweg durchgängig bis zum Georgiiweg, und dieser wäre nur einseitig verfügbar.

Die Ergebnisse der Planungswerkstatt sollen möglichst noch vor der Sommerpause die Ausschüsse des Gemeinderats durchlaufen. Aus seiner Sicht empfiehlt das begleitende Institut  folgende erste Schritte: den Einbau der Kunstrasen, die Planung der Ballsporthalle, den Verzicht auf die TSG Gaststätte "Halbzeit", eine Park und Ride-Regelung, ein Sportstättenmanagement, ein Imagekonzept sowie eine internetbasierte Informationsplattform und regelmäßige Infoveranstaltungen sowie Bürgerbeteiligungen bei den weiteren Planungsschritten.

Weitere Infos zur Bürgerbeteiligung Waldau:  www.waldau.sportentwicklungsplanung.de







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Karte: Waldau. Grafik Stadtmessungsamt

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