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20 Jahre Städtepartnerschaft Stuttgart-Samara

27.04.2012 Internationales
Vor 20 Jahren schlossen die Landeshauptstadt Stuttgart und das russische Samara einen Partnerschaftsvertrag. Zur Feier des Jubiläums ist  bis Sonntag, 29. April, eine Delegation aus der Partnerstadt zu Gast in Stuttgart.

Zur Delegation gehören Vertreter der Samaraer Stadtverwaltung und der Duma. Sie steht unter der Leitung des Ersten Bürgermeisters des Stadtkreises Samara, Viktor Kudrjaschov.

Der Gegenbesuch von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster in Samara ist für Juni dieses Jahres geplant.

 "20 Jahre Städtepartnerschaft bedeuten 20 Jahre Freundschaft, Völkerverständigung, Vermittlung von    fremden Kulturen und der aktive Austausch zwischen zwei Städten", so Oberbürgermeister Schuster. "Die Partnerschaft mit Samara zeigt ihr lebendiges Miteinander in allen gesellschaftlichen Bereichen, zum Beispiel beim Schüleraustausch, der Hochschulbildung, Korruptionsbekämpfung, wirtschaftlichen und kirchlichen Zusammenarbeit, bei Kultur, Umweltfragen und im Sport."
 

Die Abteilung Außenbeziehungen der Landeshauptstadt hat in Zusammenarbeit mit Kollegen aus den städtischen Fachämtern sowie der in der Partnerschaft aktiven Institutionen und Organisationen für die Gäste ein vielfältiges Programm zusammengestellt: Unter anderem sind Besuche im Leibniz-Gymnasium, dem Generationenhaus Heslach, dem Renitenztheater und der Porsche Arena geplant. Am Freitagabend wir die Partnerschaft mit einem Festakt im Rathaus gefeiert.

 Unter den zehn Partnerschaften der Landeshauptstadt Stuttgart ist die Verbindung mit Samara die jüngste. Zwar bekundete der Stuttgarter Gemeinderat in den 1970er Jahren bereits ein erstes Interesse an einer Partnerschaft mit einer russischen Stadt; Samara stand auch bald auf der Wunschliste.

Aber erst nach der deutschen Wiedervereinigung und der Aufhebung des Einreiseverbots für Ausländer nach Samara konnte im Juni 1992 die Städtepartnerschaft geschlossen werden. Die Urkunde wurde von den damaligen Oberbürgermeistern Manfred Rommel und seinem Amtskollegen Oleg N. Sysujew unterzeichnet. Beide Städte verpflichteten sich, der Völkerverständigung und dem Frieden zu dienen und Voraussetzungen dafür zu schaffen, das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch von Informationen und Meinungen zwischen den Menschen zu fördern.
 

Projekte der Zusammenarbeit

 Wie Stuttgart ist Samara die sechsgrößte Stadt des Landes und Heimat bedeutender Industrie-, Dienstleistungs- und Wirtschaftsunternehmen. Allerdings hat Samara mit rund 1,2 Millionen fast doppelt so viele Einwohner wie Stuttgart.

Samara ist ein Zentrum der russischen Raumfahrt, in dem sich die Produktion der Sojus-Raketen befindet. In einer benachbarten Stadt produziert die Automarke Lada ihre Fahrzeuge. Stuttgart ist ebenfalls richtungweisend in der Raumfahrt und ein Zentrum für Mobilität.  

 Die Samaraer Schule Nr. 148 möchte mit dem Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart-Zuffenhausen verschiedene Austauschprogramme starten und schickt daher eine Jugendgruppe in die Landeshauptstadt, die auf der 9. Jugendinfomesse "Ich muss weg!" am Freitag, 4., und Samstag, 5. Mai, im Rathaus zu Gast sein wird.

Auch die Michael-Bauer-Schule in Vaihingen pflegt durch einen regelmäßigen Lehrer-Austausch Kontakte zur Partnerstadt.

Die Organisation Digevu aus Samara arbeitet bereits seit einigen Jahren mit der West-Ost-Gesellschaft Stuttgart e.V. zusammen. Im Jahr 2010 hat die Organisation zusammen mit der DJO (Deutsche Jugend aus Europa) und dem Internationalen Bund Stuttgart ein Schüleraustauschprogramm für Schüler aus Samara veranstaltet.

Die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH kooperiert seit vielen Jahren mit den Jugendzentren "Dialog", "Lider" und "Samarskij".

Für Stipendiaten aus Samara fördert die Stadt Stuttgart dreimonatige Studienaufenthalte an einer hiesigen Universität. Das Institut für Luftfahrtantriebe der Universität Stuttgart und die Staatliche Universität für Luft- und Raumfahrt nehmen regelmäßig junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf und begleiten sie etwa bei Diplomarbeiten und gemeinsamen Projekten. Aktuell entwickeln sie eine Mikrogasturbine über einen Zeitraum von drei Jahren.

Das Osteuropazentrum der Universität Hohenheim und die Agrarakademie Samara arbeiten ebenfalls intensiv zusammen, genau wie die Hochschule der Medien Stuttgart und die Staatliche Universität Samara. Auch die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg engagiert sich für Studentinnen und Studenten aus Samara.

Erstmalig werden in diesem Jahr bei der Kinderspielstadt "Stutengarten" Samaraer Studentinnen die jungen Bürger betreuen.

Der Generationentreff in Samara ist ein weiteres gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der beiden Partnerstädte. Im Rahmen des Stuttgarter Projekts "Verständigung und Versöhnung mit ostdeutschen Partnerstädten" entschied der Gemeinderat, jeder osteuropäischen Partnerstadt 256 000 Euro für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Die frühere Bürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch setzte das Projekt um und brachte die Idee der Generationenhäuser in die Stuttgarter Partnerstädte Brünn, Lodz und Samara. In Samara wurde das Geld in eine Begegnungsstätte investiert, die sich am Konzept der Generationenhäuser der Landeshauptstadt orientiert und mittlerweile seit fast zehn Jahren unter anderem traumatisierte Menschen betreut, Malen für Kinder und Sport für Senioren anbietet.

Ebenfalls eng zusammen arbeiten die Partnerstädte auf dem Gebiet der Korruptionsbekämpfung. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster und der Präsident der Duma in Samara, Viktor Sazonov, unterzeichneten dazu im Herbst 2010 eine entsprechende Vereinbarung.

 Fotoausstellung im Rathaus
 Passend zum Jubiläum der Städtepartnerschaft wird im dritten Stock des Rathauses noch bis Freitag, 4. Mai, eine Fotoausstellung mit Bildern der Samaraer Fotoschule gezeigt. Die Schule wurde 1996 auf Basis des Kinder- und Jugendfotoateliers gegründet. Es war die erste Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche in Russland, die diesen offiziellen Status bekam und lizenziert wurde.

Zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Stuttgart-Samara ist eine ausführliche Broschüre mit Informationen zu Samara und vielen Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums erschienen. Das kostenlose Heft ist an der Rathaus-Infothek, in den Bezirksrathäusern, der Stadtbibliothek am Mailänder Platz, den Stadtteilbibliotheken, bei den Veranstaltern und online unter www.stuttgart.de/samara erhältlich.

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