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Für eine interkulturelle Öffnung der Museen

07.05.2012 Kultur
Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes bis 9. Mai in Stuttgart Bis Mittwoch, 9. Mai, findet in Stuttgart die Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes statt. Motto: "Alle Welt im Museum? Museen in der pluralen Gesellschaft".
Bei der Veranstaltung diskutieren rund 400 Vertreter aus der Museumsarbeit, der Kulturpolitik, aus Migrantenorganisationen und der interessierten Öffentlichkeit über Möglichkeiten und Perspektiven einer interkulturellen Öffnung der Museen. Organisiert wird die Tagung vom Deutschen Museumsbund in Kooperation mit dem Planungsstab Stadtmuseum, dem Landesmuseum Württemberg und dem Mercedes-Benz-Museum. Mit dem Tagungsthema stellen sich die Veranstalter sowohl der Frage nach einer möglichen Repräsentation "aller Welt" im Museum, als auch der nach einer Öffnung der Museen für "alle Welt".

Die Leiterin des Stuttgarter Kulturamts, Susanne Laugwitz-Aulbach, betont: "Die Jahrestagung nimmt die Rolle des Museums in der Einwanderungsgesellschaft in den Blick. Das ist ein Thema, das für Stuttgart besonders relevant ist. Nicht nur in Bezug auf unsere Bevölkerungsstruktur und die aktive und wegweisende Integrationspolitik, sondern auch mit Blick auf unser zukünftiges Stadtmuseum, in dem die Migrationsgeschichte eine wichtige Rolle spielen wird."

Für Museumsfachleute ist die Themenwahl ein konsequenter Schritt: Fragestellungen zu "Migration" und "Integration" sind bereits seit einigen Jahren fester Bestandteil ihrer Arbeit. "Wir sind uns sehr bewusst, dass die Zukunft und der Erfolg der Museen davon abhängen, ob es uns gelingt, einen interkulturellen Blick auf unser kulturelles Erbe zu werfen und Teilhabe zu ermöglichen", so Volker Rodekamp, Präsident des Deutschen Museumsbundes.

Die Museen suchen Wege, breitere Zielgruppen zu erschließen und neue Vermittlungsmethoden zu entwickeln. "Museen möchten für viele Menschen attraktiv sein. Dafür müssen sie gezielt auch Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen, die sich mit ihren Erfahrungen und Bedürfnissen in den Museen wiederfinden sollen", so Dietmar Osses, Sprecher des Arbeitskreises Migration beim Deutschen Museumsbund.

Diese Fragestellungen werden auch im Leitfaden "Museen, Migration und kulturelle Vielfalt" aufgeworfen, der in den vergangenen zwei Jahren von den Mitgliedern des 2010 gegründeten Arbeitskreises Migration beim Deutschen Museumsbund erarbeitete wurde, und dessen Entwurf im Rahmen der Jahrestagung diskutiert wird.

Der Deutsche Museumsbund wurde 1917 gegründet und ist die bundesweite Interessensvertretung der deutschen Museen und ihrer Mitarbeiter. Der Verband hat derzeit rund 2300 Mitglieder. Die nächste Jahrestagung findet vom 5. bis 8. Mai 2013 in München statt.


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