Presse
  •  

Stadt braucht zusätzliche Plätze für Flüchtlinge

08.05.2012 Soziales
Die Zahl der Asylbewerber in Stuttgart ist nach langer Zeit wieder kontinuierlich angestiegen. Auf Grund der prekären Lage insbesondere in den Krisenherden Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan und Syrien muss davon ausgegangen werden, dass diese Entwicklung weiter anhält. Dies zeigt der aktuelle Stuttgarter Flüchtlingsbericht, den die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer, am 7. Mai im Sozialausschuss vorgestellt hat.

"Viele Asyl-Folgeanträge, die insbesondere von Menschen aus Serbien, dem Kosovo und aus Mazedonien gestellt werden, im Grunde aber völlig aussichtslos sind, machen die Gesamtsituation noch schwieriger und für die Kommunen schwer berechenbar", sagte die Sozialbürgermeisterin. Die Anfang des Jahres beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingegangenen Asyl-Erstanträge nahmen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 17,7 die Zahl der Asyl-Folgeanträge sogar um 64,7 Prozent zu; der Anstieg liegt insgesamt bei 23,3 Prozent (Quelle: Zahlen zu Asyl - Ausgabe Februar 2012 - des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge).

Um die entsprechenden Herausforderungen auf kommunaler Ebene zu bewältigen, hat die Stadtverwaltung Stuttgart in den letzten 15 Monaten unter großen Anstrengungen eine Reihe von Maßnahmen getroffen: Die Belegungsquote in bestehenden Unterkünften ist auf rund 90 Prozent erhöht worden, was einer Vollbelegung entspricht. Bleibeberechtigte Flüchtlinge wurden aus bestehenden Unterkünften in Mietwohnungen vermittelt. In elf neuen Unterkünften mit vier bis 45 Plätzen wurden 163 Plätze geschaffen. Durch diese Maßnahmen können zusätzliche Platzkapazitäten für insgesamt 325 Personen bereitgestellt werden. Weitere 15 Flüchtlinge werden in einer einfachen Pension untergebracht.

Weitere 230 Plätze bis Ende des Jahres

In der Landeshauptstadt Stuttgart leben somit momentan 748 Flüchtlinge in 34 Unterkünften mit insgesamt 854 Plätzen. Die Unterkünfte verfügen über drei bis 175 Plätze.

Zusätzlich sind im Rahmen von Härtefallregelungen 149 Menschen außerhalb einer Gemeinschaftsunterkunft bei ihrem Ehegatten untergebracht.

Bis zum Redaktionsschluss des 31. Stuttgarter Flüchtlingsberichtes am 19. April bestand noch ein Unterbringungsdefizit von 85 Personen - inzwischen sind es 75 Personen. Um die schwierige Aufgabe bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in einer Großstadt wie Stuttgart mit einer angespannten Situation auf dem Immobilienmarkt zu bewältigen und die auf Grund der aktuellen Prognosen aufzunehmenden Flüchtlinge unterbringen zu können, plant die Stadt, bis Ende des Jahres zusätzliche 230 Plätze in zwölf Gebäuden (mit fünf bis maximal 150 Plätzen) zu schaffen.

"Dies kostet Kraft und Umsicht, aber auch viel Flexibilität, zumal die weiteren Entwicklungen nur schwer vorhersehbar und berechenbar sind", betonte Bürgermeisterin Fezer.