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Maßnahmenbündel soll Wartezeiten in Bürgerbüros verringern

09.05.2012 Stadtbezirke
Die Bürgerbüros in den Stuttgarter Stadtbezirken sind durch verschiedene zusätzliche Aufgaben seit geraumer Zeit stark überlastet. Die Bürger merken das an längeren Wartezeiten, für die Mitarbeiter bedeutet die Überlastung regelmäßige Überstunden, Arbeitszeitverstöße und Ausfälle wegen Krankheit. Um die Wartezeiten für die Bürger in den Spitzenzeiten zu entzerren und um ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern nachzukommen, hat die Stadtverwaltung kurzfristige Maßnahmen beschlossen, die ab Freitag, 18. Mai, greifen sollen.

So werden die Sprechzeiten am Donnerstag Vormittag auf Terminbestellungen und die allgemeine Sprechzeit am Donnerstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr beschränkt; das Angebot für Terminvereinbarungen außerhalb der Sprechzeit als individuelles Serviceangebot wird verstärkt.

Maßnahmen für kleinere Bürgerbüros

Kleinere Bürgerbüros werden an Brückentagen jeweils freitags am 18. Mai, 8. Juni und 2. November geschlossen. Dazu gehören die Bürgerbüros in:

  • Obertürkheim
  • Untertürkheim
  • Wangen
  • Hedelfingen
  • Stammheim
  • Mühlhausen
  • Münster
  • Nord
  • Botnang
  • Degerloch
  • Sillenbuch

Bei Bedarf könnten zudem kleine Bürgerbüros an Donnerstagen während der Schulferien geschlossen oder die Sprechstunden donnerstags ab 16 Uhr auf Terminvergabe reduziert werden.

Die Maßnahmen werden voraussichtlich bis Ende dieses Jahres beibehalten. Die zusätzlich für den Mehraufwand eingestellten neuen Mitarbeiter werden frühestens zum Jahresende einsetzbar sein.


Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung: "Es ist zu hoffen, dass damit die Mitarbeiter spürbar und nachhaltig entlastet werden und die krankheitsbedingten Ausfälle nachlassen." Werner Wölfle, Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser: "Über diesen Zeitraum hinweg sollen Erkenntnisse gezogen werden, ob sich die Instrumente Lenkung des Besucherverkehrs und Reduzierung der Wartezeiten durch Terminvergabe zur Lösung der Situation eignen."

Die Einführung des neuen Personalausweises Ende 2010 hatte deutlich mehr Arbeit für die Mitarbeiter der Bürgerbüros zur Folge. Dazu brachten technische Störungen im neuen Ausweisprogramm zu Spitzenzeiten an den Dienstleistungsnachmittagen und über die Urlaubssaison den Dienstbetrieb nahezu zum Erliegen.

Nachdem Ende 2011 die technischen Störungen im Personalausweisprogramm endgültig behoben werden konnten, verursacht mittlerweile der zusätzliche Aufwand für den Änderungs- und Sperrdienst sowie die Rechtsänderungen bei den Ausweisen für Kinder erhebliche Belastungen für das Personal und lange Wartezeiten für die Kunden. Kinder benötigen mittlerweile eigene, fälschungssichere Ausweisdokumente. Die Vorgaben für die Bearbeitung erfordern zwingend, dass Eltern ihr Kind mit ins Bürgerbüro bringen, wenn sie den Kinderausweis beantragen.

Der Publikumsverkehr konzentriert sich zunehmend auf die Abendsprechzeit am Dienstleistungs-Donnerstag ab 16 Uhr, auch weil Eltern Fehlzeiten ihrer Kinder in der Schule wegen der langen Wartezeiten vermeiden wollen. Insbesondere vor der Hauptreisesaison, während der Schulferien und zu den üblicherweise schulfreien Brückentagen kann der Publikumsandrang nicht mehr durch flexible Personalsteuerung bewältigt werden.