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Dienststelle Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen legt Jahresbilanz vor

18.05.2012 Gesundheit

Bürgermeister Dr. Martin Schairer hat zusammen mit dem Leiter der Dienststelle Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Dr. Thomas Stegmanns, und der Amtlichen Tierärztin, Dr. Eike Drees, die Jahresbilanz 2011 der Lebensmittelüberwachung vorgestellt.


Insgesamt wurden vergangenes Jahr knapp 46 Prozent der 11.777 in Stuttgart gemeldeten Lebensmittelbetriebe kontrolliert. Der Anteil an planmäßigen, risikoorientierten Betriebsbesuchen lag bei unter 60 Prozent. 

Ein zentrales Thema in der Jahresbilanz ist der Personalmangel im Bereich Lebensmittelkontrolle: "Uns fehlen Fachkräfte, obwohl wir permanent neue Mitarbeiter ausbilden", so Bürgermeister Schairer. Von ursprünglich 18 Kontrolleursstellen im zurückliegenden Jahr seien seit Mai nur noch 14 Stellen besetzt. Für die freien Stellen gebe es keine Bewerber.

Die Ansprüche an die Tätigkeit in einem Ballungsraum seien besonders hoch, so Thomas Stegmanns. Angesichts der heterogenen Betriebsstrukturen, zahlreicher Großveranstaltungen, regelmäßiger Spät- und Nachtkontrollen und Bereitschaftsdiensten werde von den Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft gefordert. Nicht selten zählten auch Angebote aus der Privatwirtschaft zu den Gründen, warum die Beschäftigten ihre Stelle aufgeben.

Im Hinblick auf die Lebensmittelunternehmer zog Bürgermeister Schairer eine positive Bilanz: Erstmals seit 2007 war die Beanstandungsquote wieder deutlich rückläufig. Zwar sind immer noch in 47,5 Prozent der überprüften Betriebe Mängel festgestellt worden, aber dies sei gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um fast sechs Prozent.

"Dieser Erfolg ist zum einen auf die fachlich versierte Kontrolltätigkeit zurück zu führen, zum anderen vermutlich eine erste Auswirkung einer konsequenten Gebührenerhebung für besonders aufwändige Kontrollen", so Schairer. Der geplanten Hygieneampel sei ein Anteil am positiven Trend zuzuschreiben.

Rückläufig war auch die Zahl der Betriebsschließungen. Lediglich in 60 Fällen waren die Mängel derart gravierend, dass der jeweilige Betrieb vorübergehend ganz oder teilweise geschlossen werden musste.

In 252 Fällen wurden teils größere Mengen von Lebensmitteln, die nicht mehr zum Verzehr geeignet waren, aus dem Verkehr genommen und entsorgt. Hier war gegenüber dem Vorjahr wieder ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Als erfreulich bezeichnete Bürgermeister Schairer den deutlichen Rückgang sowohl bei den Verbraucherbeschwerden mit 315 Meldungen als auch bei den Meldungen zu lebensmittelbedingten Erkrankungen, von denen bei der Dienststelle lediglich
70 eingegangen seien.

Auch hinsichtlich der Tierseuchenlage ist die Bilanz erfreulich, da keine anzeigepflichtigen Tierseuchen im Stadtgebiet Stuttgart aufgetreten sind.

Weiterhin problematisch ist der nach wie vor florierende internationale Tierhandel. Hier sind immer wieder Maßnahmen erforderlich, zum Beispiel wenn Hunde oder Katzen ohne ausreichenden Impfschutz nach Deutschland gebracht werden.

Ausblick

"Oberste Priorität muss es sein, den Verbraucherschutz auf hohem Niveau festzuschreiben", stellte Schairer fest. Langfristig müsse es vor allem gelingen, Mitarbeiter in ausreichender Zahl und angemessener Qualifikation für die Landeshauptstadt zu gewinnen. Und auch kurzfristige Lösungen, wie den eingeschränkten Einsatz angelernter Mitarbeiter zur Entlastung der Lebensmittelkontrolleure und Amtstierärzte, müssten erörtert werden.

Als ein wichtiges Aufgabenfeld nannten Stegmanns und Schairer den Bereich der stark zunehmenden Ganztagesverpflegung von Kindern. "Schul- oder Kindertageseinrichtungen werden zunehmend mit Küchen ausgestattet. Unsere Experten werden hier schon bei der Planung mit einbezogen um eine gute lebensmittelhygienische Basis zu schaffen", so Stegmanns. Tierärzte und Lebensmittelkontrolleure seien als Ansprechpartner für Beratungen und fachliche Fragen zunehmend gefordert.

Mit Blick auf die Novellierung des Verbraucherinformationsgesetzes (VIG), die im September in Kraft tritt, und eine Ergänzung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wies Stegmanns darauf hin, dass die Behörden in Zukunft verpflichtet seien, bestimmte Rechtsverstöße zwingend zu veröffentlichen. Hierzu zählen beispielsweise zu erwartende Bußgelder ab einer Höhe von 350 Euro.

Hier geht es zur aktuellen
Jahresbilanz 2011 Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen (PDF - 208 KB)


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