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Mehr Zuzüge aus dem Ausland - Einwohnerzahl gestiegen

22.05.2012 Aktuelles
Das Statistische Amt hat vergangenes Jahr wieder deutlich mehr Zuzüge aus dem Ausland nach Stuttgart verzeichnet.

Vor allem aus Rumänien, Griechenland, Polen, Ungarn, Spanien und Indien ist die Zuwanderung in die Landeshauptstadt stark angestiegen.

"Im Laufe des Jahres 2011 sind 14 032 Menschen aus dem Ausland nach Stuttgart gezogen. 10 455 sind aus Stuttgart in andere Länder abgewandert", erläutert der Leiter des Statistischen Amtes, Thomas Schwarz.

Unterm Strich lag der Saldo aus Zu- und Fortzügen über die Bundesgrenze damit bei plus 3577. Vergleichbare Zuwanderungsgewinne gab es zuletzt 1992. In der Zeit von 2003 bis 2009 hat Stuttgart dagegen Einwohner an das Ausland verloren.

Weniger Menschen aus Europa
 
Waren die Zuzüge zu Beginn der 1990er-Jahre vor allem durch Bürgerkriegsflüchtlinge aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, durch Flüchtlinge aus einigen osteuropäischen Staaten sowie durch Aussiedler geprägt, so hat sich die Zusammensetzung inzwischen deutlich gewandelt (vergleiche Pdf-Dokument Tabelle 1): Die Bedeutung der klassischen "Gastarbeiterländer" ist seit Beginn der 1980er-Jahre kontinuierlich zurückgegangen.

Dagegen sind vermehrt außereuropäische Länder dazugekommen. Um das Jahr 2000 wurden die höchsten Wanderungssalden beispielsweise mit China verzeichnet. Inzwischen gehören auch Indien und die USA zu den zehn Staaten, mit denen Stuttgart die höchsten Wanderungsgewinne erreicht.
 

"Rechnet man die innerdeutsche Zuwanderung hinzu, sind im Laufe des vergangenen Jahres 47 129 Personen nach Stuttgart gezogen. 40 414 haben die Stadt verlassen. Die Wanderungsbilanz weist damit ein Plus von  6715 Personen auf", so Ansgar Schmitz-Veltin, Leiter des Sachgebiets Bevölkerungsstatistik des Statistischen Amtes.

Die Einwohnerzahl Stuttgarts liegt jetzt insgesamt bei 573 104. Dies ist ein Anstieg von 7000 Personen gegenüber dem Jahr 2010.

 
Gründe für den Anstieg der Zuwanderung

Die verstärkte Zuwanderung nach Stuttgart führt Thomas Schwarz unter anderem darauf zurück, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften mit dem Überwinden der Wirtschaftskrise ab der zweiten Jahreshälfte 2010 wieder angestiegen ist. So sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Stuttgart von 344 223 zur Jahresmitte 2010 auf 350 176 zur Jahresmitte 2011 gewachsen.

Hinzu komme, dass sich die wirtschaftlichen Probleme in einigen südeuropäischen Ländern durch die Währungskrise verschärft haben, so Schwarz. Vor allem in Griechenland, aber auch in Portugal und Spanien sei die Arbeitslosigkeit rasant angestiegen. In Folge dieser Entwicklung seien bestehende Netzwerke in andere europäische Länder dazu genutzt worden, um der wirtschaftlich unbefriedigenden Situation im Heimatland zu entgehen.

Von Zuwanderung aus den südeuropäischen Staaten haben damit vor allem Städte und Regionen profitiert, die bereits historisch gewachsene Migrationsbeziehungen haben. Da Stuttgart zu den Hochburgen griechischer Staatsbürger in Deutschland gehört, konnte die Stadt besonders stark von der Zuwanderung aus Griechenland profitieren.

Durch den Wegfall von Arbeitsmarktbeschränkungen gibt es für die 2004 zur EU beigetretenen Länder Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn seit Mai 2011 die uneingeschränkte Freizügigkeit. Dagegen müssen Bulgaren und Rumänen noch bis Ende 2013 warten, bis sie sich frei innerhalb aller europäischen Staaten niederlassen können.

Dennoch sind in den letzten Jahren vor allem die Zuzüge aus Bulgarien und Rumänien stark angestiegen, während durch die Staaten, die neuerdings unter die Freizügigkeitsregelung fallen, nur moderate Zugewinne verzeichnet werden konnten.