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Hitlers erster Krieg

05.06.2012 Aktuelles
Dr. Thomas Weber, Direktor des Centre for Global Security and Governance der University of Aberdeen, spricht am Dienstag, 12. Juni, 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses über "Hitlers ersten Krieg".

In der deutschen Geschichte ist über niemanden so viel geschrieben worden wie über Adolf Hitler. Sein Leben scheint in jedem Winkel durchleuchtet worden zu sein. So unterschiedlich Hitlers Biographen sein Leben deuten - in einem sind sich alle einig: Die Fronterlebnisse im Ersten Weltkrieg waren entscheidend für seinen späteren Aufstieg.

Hitler selbst hatte sich zum tapferen Frontsoldaten stilisiert, dessen Freiwilligen-Regiment, eine verschworene Kampfgemeinschaft, den Keim der späteren NS-Bewegung bildete.

Weber zeichnet jedoch anhand nie ausgewerteter Akten des sogenannten List-Regiments, in dem Hitler diente, ein ganz anderes Bild. Hitler war keineswegs der mutige Soldat an vorderster Front, sondern als Meldegänger meist weit hinter den Frontlinien tätig.

Das Regiment war keine homogene Einheit, sondern bestand aus Rekruten unterschiedlichster Anschauungen. Kaum einer trat nach dem Krieg der NSDAP bei, viele standen dem späteren NS-Regime kritisch gegenüber. Doch die Nationalsozialisten unterdrückten alle Berichte, die ihrem Propagandabild widersprachen. Regimentskameraden, die sich kritisch über Hitler äußerten, landeten in Gestapo-Haft.

Dr. Thomas Weber wurde 1974 in Hagen geboren. Seit 2008 lehrt er Modern European, International and Global History an der University of Aberdeen und ist seit 2010 Direktor des Centre for Global Security and Governance sowie Mitglied des Centre for Sustainable International Development.