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Immer an Sonnenschutz denken

19.06.2012 Gesundheit
Zum deutschlandweiten Tag des Sonnenschutzes am Donnerstag, 21. Juni, erinnert das Gesundheitsamt daran, dass zuviel Sonne nicht nur die Haut altern lässt, sondern auch Hautkrebs verursachen kann. Deshalb empfiehlt es, Sonnenschutzcremes zu nutzen. Allerdings sollte man es damit auch nicht übertreiben, denn der Körper braucht die Sonne, um Vitamin D zu bilden.
Nach dem Motto "Sonne satt!" setzen sich viele Menschen in Freizeit, Urlaub und beim Sport häufig nur ungenügend geschützt den Sonnenstrahlen aus. Oft ist ein schmerzhafter Sonnenbrand die sichtbare Folge. Doch die zunächst unsichtbaren Folgen wiegen ungleich schwerer. Die meisten Hautschädigungen und ein wesentlicher Teil der Hautalterung geht auf Sonnenstrahlen (insbesondere UV-A- und UV-B-Strahlen) zurück. Sie durchdringen die oberste Hautschicht, das darunter liegende Gewebe wird geschädigt. Eine mögliche Folge kann Hautkrebs sein.

Wer die Sonne genießen möchte, muss sich deshalb auch schützen: Bis zu einem gewissen Grad kann sich die Haut selbst gegen die gefährliche Wirkung der Sonnenstrahlen schützen. "Eigenschutz" heißt die Zeitspanne, die man in der Sonne verbringen kann, ohne dass eine Hautrötung eintritt. Allerdings ist dieser Schutz bei jedem Menschen anders: Wer rothaarig und blass ist, darf bei intensiver Sonnenstrahlung nur fünf Minuten ungeschützt im Freien bleiben, während für dunkle Hauttypen bis zu 30 Minuten in Ordnung sind.

Sonnenmilch, -creme oder -spray reduzieren den in die Haut eindringenden Teil der UV-Strahlung. So kann man auch über die Eigenschutzzeit der Haut hinaus in der Sonne bleiben, ohne gleich einen Sonnenbrand zu riskieren.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie gut - richtig angewandt - die Sonnencreme vor UV-B-Strahlung schützt: Ein hoher LSF steht für eine hohe Schutzwirkung, ein niedriger LSF für einen geringeren Schutz. Auf den Produkten findet man sowohl den LSF als Zahlenwert als auch die dazu gehörige Schutzklasse: Basis, mittel, hoch oder sehr hoch.

Anfang 2007 wurde europaweit eine einheitliche Kennzeichnung der UV-A-Schutzleistung eingeführt. Das neue Logo - die Buchstaben "UVA" in einem Kreis - bedeutet, dass das Sonnenschutzmittel in einem ausgewogenen Verhältnis gegen UV-A- und UV-B-Strahlung schützt. Das heißt: je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser der Schutz gegen UV-B und UV-A. Zuviel UV-A-Bestrahlung ist deshalb gefährlich, weil sich ihre negativen Auswirkungen erst als Langzeitschäden bemerkbar machen: Die Haut altert schneller, entwickelt Pigmentflecken und im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs.

In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse ein allumfassender strikter Sonnenschutz wegen eines möglichen Vitamin D-Mangels sehr unterschiedlich beurteilt wird.

Vitamin D kann normalerweise in der Haut mit Hilfe von UV-B-Licht gebildet werden. Abhängig von der Intensität des UV-B-Lichtes bildet der Mensch unterschiedlich viel Vitamin D in der Haut. Breitengrad, Jahreszeit, Tageszeit, Witterung, Kleidung und Hautfarbe spielen hierbei eine Rolle. Doch auch von Seiten der Vitamin D-Experten gibt es keinen Freibrief für exzessive Sonnenbäder. Denn viel hilft nicht unbedingt viel: Für eine angemessene Vitamin D-Versorgung sollte eine kontrollierte, regelmäßige Besonnung unter unbedingter Berücksichtigung des jeweiligen Hauttyps erfolgen. Ein Sonnenbrand, sogar eine Rötung, ist ein Risiko und sollte unbedingt vermieden werden.

Als besondere Risikogruppe für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung gelten Säuglinge und ältere Menschen: Säuglinge sollen nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden, da ihre Schutzmechanismen noch nicht genügend ausgeprägt sind, erhalten jedoch über die Muttermilch zu wenig Vitamin D. Daher sind Vitamin D-Präparate zur Rachitisprophylaxe bei Säuglingen wichtig.

Im Alter lässt die Fähigkeit des Körpers zur Eigensynthese von Vitamin D nach, so dass auch hier eine gezielte Verabreichung von Vitamin D-Tabletten sinnvoll sein kann. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Mengen wegen der unerwünschten Kalziumablagerungen oder gar Vergiftungserscheinungen nicht zu hoch sein dürfen.

In jedem Fall sollte vor einer Vitamin D-Ergänzung unbedingt eine Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Im Internet können unter www.tag-des-sonnenschutzes.de der bundesweite Aktionskalender sowie weitere Informationen zum Thema abgerufen werden. Eine individuelle Lichtschutzfaktorempfehlung erhalten Interessierte unter http://lsf-tipp.haut.de. Über die Vitamin D-Problematik erfährt man mehr bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unter www.dge.de.