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Tag der offenen Tür im Alten Rathaus Plieningen

20.06.2012 Aktuelles
Das "Alte Rathaus", ein Schmuckstück in Plieningens altem Ortskern, ist saniert worden.

Am verkaufsoffenen Sonntag, 24. Juni, 14 Uhr weiht der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, in der Goezstraße 1 das Gebäude ein. Es folgt ein "Tag der offenen Tür" mit geführten Touren durchs Haus. So können Besucher die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten kennenlernen. Das Haus ist von 13.30 bis 18 Uhr geöffnet.

Historische Ortsmitte

Das barocke "Alte Rathaus" von 1747 bildet zusammen mit der benachbarten Martinskirche und der Zehntscheuer die historische Ortsmitte von Plieningen. Von September 2010 bis März dieses Jahres wurde das Gebäude umfassend saniert.

Ab April konnte der "Plieninger Werkraum" wieder einziehen wie auch die Stuttgarter Musikschule, die ihr Angebot in den neuen Räumen deutlich erweitern wird. Der große Saal im ersten Obergeschoss steht den örtlichen Vereinen für vielfältige Veranstaltungen zur Verfügung.

Um das Haus barrierefrei zugänglich zu machen, waren umfangreiche Veränderungen notwendig. Das Erdgeschoss wurde komplett entkernt, und die Fußböden wurden auf das Niveau des historischen Eingangs abgesenkt. Den Zugang von der Straße aus ermöglicht nun eine bequeme Rampe. Die zentrale Treppe wurde verschoben.

Dies machte den Einbau eines Aufzugs möglich, der das erste Obergeschoss erschließt. Der Aufzug konnte nicht bis in das Dachgeschoss geführt werden, da der Aufzugschacht über das Dach hinausgeragt hätte, was der Denkmalschutz nicht gestattet. Das Dachgeschoss ist deshalb nicht barrierefrei und bleibt weiterhin Wohnraum.

Fachwerk saniert

Das "Alte Rathaus" wurde modernisiert und technisch - insbesondere auch energetisch - auf den neuesten Stand gebracht. Die Türbögen des Eingangsbereichs wurden restauriert, die Fassade hat nun einen warmen roten Ton. Da das Gebäude in seiner Substanz bereits stark angegriffen war, waren umfangreiche Arbeiten an der Tragkonstruktion nötig, große Teile des Fachwerks mussten ersetzt beziehungsweise verstärkt werden. 


Barocker Putz gerettet

Sowohl die Wärmedämmung, als auch Brand- und Schallschutz forderten wegen des Denkmalschutzes besondere Aufmerksamkeit. Fenster und Fensterläden wurden aufwendig überarbeitet, Isolierglas wurde eingesetzt. Noch vorhandener Putz aus der Entstehungszeit um 1747 an den Natursteinwänden wurde innen fachgerecht gesichert. Im ersten Obergeschoss wurde eine Teeküche eingebaut.

Die neuen Toiletten im Erdgeschoss können über den zweiten Eingang an der Rückseite des Gebäudes auch bei Veranstaltungen in der benachbarten Martinskirche genutzt werden. Das Unternehmen f² Frey Architekten aus Stuttgart hat viel Fingerspitzengefühl für die denkmalpflegerischen Aspekte gezeigt.

Das "Alte Rathaus" liegt im Sanierungsgebiet Plieningen 1 -Schoellstraße -, das vom Land Baden-Württemberg im Landessanierungsprogramm seit 2004 gefördert wird.

Für das Kulturdenkmal "Altes Rathaus" gelang es der Stadt, zusätzlich Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II, dem "Investitionspakt zur energetischen Modernisierung der kommunalen sozialen Infrastruktur" zu erhalten. Von den Gesamtkosten, rund 1,8 Millionen Euro, tragen der Bund und das Land Baden-Württemberg etwa die Hälfte. Die Projektleitung liegt beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung.


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