Sommer-Radtour in der City mit Minister Hermann
Auf Einladung der Landeshauptstadt trat Minister Hermann am Mittwoch, 1. August, zusammen mit Vertretern des Gemeinderates sowie der Stadtverwaltung und der Landesverwaltung in die Pedale. Dabei standen Beispiele der Radförderung in der Innenstadt und im Westen auf dem Prüfstand. Anhand praktischer Beispiele konnte sich der Minister ein Bild von vielen Projekten machen: Stuttgarter Fahrradstraßen rund um das Rathaus, Ausbau der Hauptradrouten, das Sonderprojekt Rad + Schule, geöffnete Einbahnstraßen für Radler sowie Beispiele der Verkehrsberuhigung.
Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: "Stuttgart ist ein Beispiel dafür, dass man zu lange auf das Auto gesetzt hat. Es gibt noch viel zu tun, um das Radwegenetz und die Beschilderung zu verbessern. Ich erkenne an, dass sich die Stadt seit vielen Jahren bemüht, die Bedingungen für Radfahrer ins Positive zu verändern. Rad- und Fußverkehr müssen aber noch deutlich gestärkt werden."
Anteil der Radler soll steigen
"Die Bedingungen für den Fahrradfahrer sind in Stuttgart aufgrund der Baudichte einer Großstadt, der engen Tallage, der Konkurrenz verschiedener Verkehrsarten und natürlich ihrer zwar reizvollen, aber beschwerlicheren Topographie nicht einfach", sagte Bürgermeister Hahn. Umso bemerkenswerter sei, dass Gemeinderat und Verwaltung "sich den erschwerten Bedingungen stellen und die Radfahrförderung entsprechend angepasst haben". Das Ziel sei, konstatierte Hahn, "den Fahrradverkehr in Stuttgart noch attraktiver zu machen und den Radleranteil weiter zu steigern."
Wichtige große und kleine Projekte
Zu den wichtigen Fahrradprojekten zählen auch der Radweg auf der Brücke der Nord-Süd-Straße über das Nesenbachtal, das Radverleihsystem inklusive Pedelecs, Fahrradparkhäuser an wichtigen Bahn- und Busstationen. Hahn: "Aber auch kleine praktische Lösungen haben wir im Blick, wie zum Beispiel Handgriffe an Ampeln, damit Radfahrer bei Rot nicht absteigen müssen." Wichtig seien auch Öffentlichkeitsarbeit und Informationskampagnen, wie die jährlichen Fahrradaktionstage im Frühjahr.Kooperation mit Verbänden und Experten im Radforum
Grundlagen der Förderung sind das Grundsatzprogramm Fahrradverkehr der Landeshauptstadt von 2004 und das Radverkehrskonzept Stuttgart von 2010. Hahn: "Außerdem haben die jahrelange intensive Zusammenarbeit mit den Fahrradverbänden und dem Stuttgarter Radforum dazu geführt, dass wir in der richtigen Spur zu einer fahrradfreundlichen Stadt sind. Positive Resonanzen von Radfahrern und bundesweite Auszeichnungen wie der Deutsche Fahrradpreis 2007 für das Schülerradprojekt belegen dies." Auch der ADFC Stuttgart bescheinige die positive Entwicklung in seinem Radverkehrs-Fazit zu Stuttgart und verweise in seiner Broschüre "Radverkehr vor Ort 2012" auf etliche positive Beispiele in der Radverkehrsförderung.In die Fahrradförderung fließen derzeit jährliche Investitionskosten von rund 2,4 Millionen Euro. Mit Vorrang werden die festgelegten Hauptradrouten ausgebaut, ohne die Ergänzungsrouten zu vernachlässigen. Im Bau ist zurzeit vor allem die Hauptradroute 1 zwischen Vaihingen und Bad Cannstatt mit Anschluss an die Nachbargemeinden.
Das Stuttgarter Radforum wurde 2006 gegründet. In diesem Gremium arbeiten Fachleute aus Radfahrverbänden, aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung eng zusammen.
Das Land Baden-Württemberg hat mittlerweile einige Radförderprogramme für die Kommunen im Land aufgestellt. Stuttgart hat verschiedene Förderanträge beim Land gestellt.



