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Hornissen, Wespen und der Mensch - eine friedliche Koexistenz ist möglich

01.08.2012 Gesundheit
Jetzt kommt wieder die Zeit, in der nicht nur Bienen, sondern auch Wespen und Hornissen in Gärten, auf Terrassen und Balkonen auftauchen. Viele Menschen haben Angst vor ihnen. Doch in der Regel sind diese Insekten nicht gefährlich und haben in der Natur eine wichtige Funktion, darauf weist die Umweltberatung beim Amt für Umweltschutz hin.
Derzeit bauen Hornissen und Wespen an ihrem Nest, in dem sie bis in den Herbst den Nachwuchs großziehen werden. Da ihre natürlichen Nisthöhlen - abgestorbene Bäume - immer seltener werden, weichen Hornissen auf Dachstühle und Rollladenkästen aus. Das kann zu Problemen mit den Hausbewohnern führen.

Anders als bei der Honigbiene ist der Nutzen der Tiere für den Menschen nicht jedem bekannt. Hornissen und andere Wespenarten tragen als Insektenjäger zur Ausgewogenheit des Naturhaushalts bei. Ein Hornissenvolk jagt täglich bis zu 500 Gramm kleinere Insekten, darunter auch Schädlinge, die sie zur Aufzucht ihrer Brut benötigen. Vor Hornissen haben viele Menschen eine noch größere Angst als vor Wespen oder Bienen. Das Märchen "Sieben Hornissen töten ein Pferd, drei einen Menschen" ist leider immer noch im Umlauf. Dabei sind Hornissen friedliche Tiere. Sie reagieren nur dann aggressiv, wenn sie ihr Nest bedroht sehen oder wenn man wild nach ihnen schlägt.

Wegen ihrer Gefährdung und ökologischen Bedeutung sind Hornissen naturschutzrechtlich besonders geschützt. Eingriffe in Hornissennester dürfen nur in Ausnahmefällen mit behördlicher Genehmigung erfolgen. Solche Fälle können vorliegen, wenn eine Gefahr für Personen besteht, etwa beim Vorliegen spezieller Allergien oder im Umfeld von Kindergärten. Dann kann eine Entfernungs- oder Umsiedlungsmaßnahme in Erwägung gezogen werden. In solchen Fällen können in Stuttgart die Fachleute der Feuerwehr unter Telefon 506 60 eingeschaltet werden.

Wenn plötzlich Wespen oder Hornissen auftauchen, sollte man ruhig und gelassen bleiben. Wer wild um sich schlägt, riskiert einen Angriff, da die Tiere sich bedroht fühlen. Die Deutsche und die Gemeine Wespe können lästig werden, sind in der Regel aber nicht gefährlich. Problematisch kann es aber für Menschen sein, die allergisch auf einen Wespenstich reagieren. Auch ein Stich in Mund- und Rachenraum kann sehr gefährlich werden. Deshalb sollten Kinder Getränke mit dem Trinkhalm zu sich nehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass eine in eine Limonadenflasche oder in ein Glas gefallene Wespe in den Mund gelangt.

Können mehrere Meter Abstand vom Nest eingehalten werden, sollte man die Tiere in Frieden lassen. Auch ein Fliegengitter vor dem Fenster kann in manchen Fällen helfen. Ziel sollte es sein, sich so mit den Tieren zu arrangieren, dass diese ihre Entwicklung abschließen können. Im Herbst sterben die Staaten dieser Insekten sowieso ab.

Hornissen sind mittlerweile durch Bekämpfungsmaßnahmen und den Mangel an Lebensraum gefährdet. Die Tiere sind tagaktiv, gehen aber auch noch bei fast völliger Dunkelheit auf Insektenjagd. Sie fliegen dabei ähnlich wie Nachtfalter dem Licht entgegen und landen dabei häufig in Wohn- oder Schlafzimmern. Wenn man das Licht löscht, findet die Hornisse den Weg nach draußen von selbst.

Mehr Informationen und Ansprechpartner zu dem Thema enthält das Faltblatt "Mit Wespen und Hornissen leben", welches an der Infothek im Rathaus erhältlich ist. Das Faltblatt und telefonische Beratung gibt es auch bei der Umweltberatung in der Gaisburgstraße 4. Die Umweltberatung ist telefonisch unter 216-88600, Montag bis Donnerstag von 9 bis 15.30 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr oder über E-Mail umweltberatung@stuttgart.de erreichbar.


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