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Telemetrische Datenübertragung unterstützt den Notarzt

14.08.2012 Aktuelles
Verdacht auf Herzinfarkt: Jetzt muss sehr schnell reagiert werden! Ein Notarztteam ist bereits vor Ort und kann neuerdings mit dem Krankenhaus Daten austauschen.

Über eine telemetrische Messdatenübertragung übermittelt der Notarzt dem Facharzt in der Klinik alle Informationen, die am Einsatzort gesammelt werden, wie etwa das Elektrokardiogramm (EKG). Der Klinikarzt wertet dieses aus und berät das Team bei der Erstbehandlung. Gleichzeitig wird bereits - je nach Schwere des Vorfalls - eine Klinik für die Weiterbehandlung ausgesucht oder sogar eine Operation angemeldet.


So sieht die Zukunft aus

So könnte in Zukunft der optimale Einsatz im Rettungsdienst aussehen, nicht nur, aber insbesondere bei Herzinfarktpatienten. Über dieses Projekt haben der Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung, Dr. Martin Schairer, und der zuständige Mediziner, Prof. Dr. med. Hartmut Hanke (Chefarzt am Karl-Olga-Krankenhaus für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin), in einem Pressegespräch am 14. August in der Degerlocher Feuer- und Rettungswache 5 informiert.

Professor Hanke hatte als Kardiologe das Projekt angestoßen, Bürgermeister Schairer ist es wichtig, dass die Stadt sich als Vorreiter zum Wohl der Patienten engagiert, da - als Besonderheit in Baden-Württemberg - die städtische Branddirektion selbst am Rettungsdienst mitwirkt und Stuttgart die Rechtsaufsicht über den Rettungsdienst besitzt.

Alle mit neuer Ausrüstung

Die Rettungsfahrzeuge der Branddirektion Stuttgart bekamen die zusätzliche telemetrische Ausrüstung im Rahmen einer Geräte-Ersatzbeschaffung bereits Anfang des Jahres 2012 eingebaut. Die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe werden zurzeit im Rahmen ihrer laufenden Ersatzbeschaffungen ebenfalls mit der Neuerung versorgt.

"Die telemetrische Ausstattung der Rettungsfahrzeuge trägt zu einer noch schnelleren zielgerichteten Versorgung von Patienten bei und verbessert dadurch deren Heilungschancen.

Die gute klinische Versorgung in Stuttgart kann durch dieses Projekt weiter verbessert werden", sagte Schairer und Hanke ergänzte: "Durch die zielgerichtete Versorgung der Patienten können auch Folgekosten, etwa bei den Rehabilitationsmaßnahmen, reduziert werden".

Für eine optimale Versorgung ihrer Patienten haben sich die Stuttgarter Kliniken mit kardiologischen Abteilungen zu einem "Infarktnetzwerk" zusammengeschlossen. Die Gruppe der Leitenden Notärzte hat zudem in Abstimmung mit den beteiligten Krankenhäusern einen Ablaufplan für den Rettungseinsatz erarbeitet, der die Zusammenarbeit bei der Patientenversorgung verbessern soll.


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