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"Ich kann's!" - Junge Mentoren machen Grundschülern Mut

13.09.2012 Bildung
Wiedeking-Stiftung unterstützt "Bildungstandems" mit 50.000 Euro.

Viele Kinder haben geringere Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss, weil sie aus bildungsfernen Verhältnissen kommen. Das wollen die Landeshauptstadt, die Einrichtung Big Brothers Big Sisters Region Stuttgart mit Unterstützung der Wiedeking-Stiftung ändern.

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: "Mein bildungspolitisches Leitziel ist es, jedem Kind und jedem Jugendlichen faire Zukunftschancen zu eröffnen. Neben Lehrern und Ausbildern spielen dabei engagierte Bürger eine entscheidende Rolle." Jeder vierte Stuttgarter ist ehrenamtlich aktiv. So engagieren sich zum Beispiel über 1.500 Bürger als Bildungspaten.

Das Projekt "Ich kann's! - Lernförderung im Bildungstandem" knüpft daran an. Es richtet sich an Grundschüler und an junge Erwachsene als Mentoren. Dazu OB Schuster: "Es ist wichtig, Kinder früh an die Hand zu nehmen und sie auf ihrer schulischen Laufbahn optimal zu begleiten. Zugleich erlernen die jungen Erwachsenen wichtige soziale Kompetenzen."

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Ein Bildungstandem: Kristina Scherer ist Mentorin von Ayse Akan, Pragschule. Foto Peter-Michael Petsch

50 Stipendien

Die Stadt stellt dieses und nächstes Jahr jeweils 120.000 Euro für das Programm bereit. Eine Spende der Wiedeking-Stiftung ermöglicht 50 Stipendien. Vorstandsvorsitzender Dr. Wendelin Wiedeking überreichte zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Anton Hunger und Uwe Hück einen Scheck über 50.000 Euro.

"Lernförderung ist grundsätzlich der richtige Weg in der schulischen Bildung. Die Tandemlösung mit einem Mentor verspricht, dass das Projekt sehr erfolgreich sein wird. Wir helfen gerne", so Dr. Wiedeking.

Die Grundschüler erhalten eine neue Bezugsperson, die im Alter bis Ende zwanzig ist. Diese hilft ihnen, ihre Kompetenzen und Talente kennenzulernen, zu nutzen und auszubauen. Die Kinder lernen, sich Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern. Dadurch stärken die Kinder ihr Selbstwertgefühl.

Der Mentor unterstützt seinen Schützling mindestens zwei bis drei Stunden wöchentlich anhand eines individuell erstellten Lernplans. Auch gemeinsame Freizeitaktivitäten gehören zum Programm. Um den Altersunterschied möglichst gering zu halten, sind die Mentoren Gymnasiasten der Oberstufe, Auszubildende in fortgeschrittenen Ausbildungsjahren oder Studierende.

"Wir wissen, dass sich viele junge Erwachsene sozial engagieren wollen. So ist bereits heute jeder dritte Student in Stuttgart ehrenamtlich aktiv. Dieses Potenzial gilt es auszuschöpfen", erklärt OB Schuster. Die Mentoren verpflichten sich für ein Schuljahr und erhalten ein Stipendium in Höhe von 100 Euro im Monat, maximal 1000 Euro im Jahr. Außerdem können sie an Fortbildungen teilnehmen. Für die Grundschüler ist das Angebot kostenlos.

Schnittstelle Schule, Kind und Eltern

Big Brothers Big Sisters ist die Schnittstelle zwischen Schule, Kind, Eltern und Paten. Sie übernimmt die Akquise und Auswahl der Programmteilnehmer, schult die Mentoren und begleitet die Tandems fachlich. Regionalleiter Ralph Benz: "Es gibt bereits 13 Tandems. Sie wurden sorgfältig ausgewählt, geschult und haben sich auch persönlich kennen gelernt."

Weitere Mentoren haben sich bereits gemeldet. Benz weiter: "Bis November haben wir voraussichtlich über 50 Tandems. Unser Ziel ist es, im Laufe des Schuljahres 100 Stipendien sinnvoll vergeben zu haben."

In Stuttgart gibt es derzeit 16.553 Grundschüler in 72 Grundschulen. In der zweijährigen Pilotphase nehmen zunächst Grundschüler mit Förderbedarf an fünf Grundschulen teil: Pragschule, Wilhelmschule Wangen, Wilhelmschule Untertürkheim, Luginslandschule und die Altenburgschule. Nach Abschluss dieser Phase wird Big Brothers Big Sisters das Programm in Eigenregie weiterführen.

Wer Interesse hat, an einem Tandem teilzunehmen, kann sich wenden an: Ralph Benz, Regionalleitung Big Brothers Big Sisters Deutschland, Telefon: 0711/34 24 77 10 oder E-Mail: ralph.benz@bbbsd.org.