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OB Schuster würdigt 50 Jahre Städtepartnerschaft mit Straßburg

21.09.2012 Aktuelles
Mit einem Festakt am Freitag, 21. September, hat Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster das Jubiläum der fünfzigjährigen Städtepartnerschaft Straßburg-Stuttgart im Großen Saal des Rathauses gewürdigt.

Straßburg ist nach St. Helens, Cardiff und St. Louis der älteste Städtepartner der Landeshauptstadt. Die "jumelage", wie es auf der französischen Seite heißt, wurde von Alt-Oberbürgermeister Arnulf Klett und seinem Amtskollegen Pierre Pflimlin am 26. Mai 1962 feierlich unterzeichnet, ein Jahr bevor der Elysée-Vertrag die offizielle deutsch-französische Freundschaft besiegelte.

"In unserer globalisierten und an Konflikten nicht gerade armen Welt sind stabile Städtepartnerschaften wertvoller denn je. Sie verbinden die Menschen und schaffen Gemeinsamkeit. Sie überwinden Sprachbarrieren und überbrücken Differenzen. Sie bleiben unabhängig von Wahlausgängen bestehen und sie überdauern Regierungen. Die Politik ruft sie zwar ins Leben, aber es sind die Menschen, die die Partnerschaft mit Leben füllen und ihr Bestand verleihen. Die gegenwärtige Krise in der Europäischen Union kann sich durchaus nachteilig auf die Beziehungen der europäischen Staaten und Gesellschaften auswirken. Deshalb sind gerade heute funktionierende Städtepartnerschaften wichtig. Gewachsene Freundschaftsbindungen lassen sich nicht leicht erschüttern. Das gilt in besonderem Maße für unsere Städtepartnerschaft mit Straßburg", sagte Schuster auf der Veranstaltung. 

An der Feier nahm eine Delegation aus Straßburg teil, die sich im Beisein von Bürgermeistern und Vertretern des Gemeinderats in das Goldene Buch der Landeshauptstadt eingetragen hat. Zu den Gästen zählten Oberbürgermeister Roland Ries und die Bürgermeisterin für europäische und internationale Angelegenheiten, Nawel Rafik-Elmrini als Leiter der Delegation. Weitere Mitglieder waren der Bürgermeister für Tourismus, Handel und Handwerk, Jean-Jacques Gsell, Stadträtin und Stadtrat Soumiya Sihabi und Mickaël Schmidt, sowie als Vertreterinnen der Straßburger Stadtverwaltung Alexandra Alléon vom Büro des Oberbürgermeisters und Sandrina Millet vom Referat für europäische und internationale Angelegenheiten.

Nach Staatssekretär Klaus-Peter Murawski, der in Vertretung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ein Grußwort an die Gäste richtete, bedankte sich der Straßburger Oberbürgermeister Ries bei seinem Stuttgarter Amtskollegen für den herzlichen Empfang.

Die französischen Gäste besuchten am Freitag unter anderem eine Straßburger Partnerschule, das Eschbach-Gymnasium in Mühlhausen, das Weißenhofmuseum im Haus Le Corbusier, den Stadtjugendring Stuttgart sowie die Ausstellungseröffnung der Künstlergemeinschaft GEDOK Stuttgart und nahmen schließlich an der Abschlussdiskussion des seit 19. September im Rathaus tagenden deutsch-französischen Schülerparlaments teil.

Auch OB Schuster, die beiden Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link und Bernard Cazeneuve, sowie der französische Botschafter Maurice Gourdault-Montagne diskutierten mit den Jugendlichen die erarbeiteten Handlungsempfehlungen des Parlaments. Die Ergebnisse wurden auf dem abendlichen Festakt nochmals präsentiert.

Zehn ausgewählte Schülerinnen und Schülern kommt zudem eine besondere Ehre zu: Sie erhalten am Samstag, 22. September, Gelegenheit, bei den in Ludwigsburg stattfindenden Feierlichkeiten anlässlich der Rede Charles de Gaulles an die deutsche Jugend 1962, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten François Hollande zu sprechen.

Zum Abschluss der Festveranstaltung äußerte OB Schuster schließlich noch einen Wunsch: "Wenn ich mir für die Zukunft unserer Städtepartnerschaft etwas wünschen dürfte, dann wäre dies eine noch engere Zusammenarbeit in der Bildung. Der Schüleraustausch ist ein wichtiges Fundament unserer Partnerschaft. Er sollte weiter ausgebaut und gefördert werden. Ein Meilenstein wäre es, in Stuttgart obligatorisch einen durchgängigen französischen Zug zu bieten, vom Kindergarten bis zur Abibac-Schule. Das Wagenburg-Gymnasium ist ein Pionier, aber man kann sich noch mehr Schulen vorstellen, die sowohl das Abitur als auch das Baccalauréat anbieten."

Für den 18. Oktober ist der Gegenbesuch einer Stuttgarter Delegation in Straßburg geplant. Am 20. Oktober wird dann nochmals das Partnerschaftsjubiläum im Rathaus - während der großen Stuttgartnacht - gefeiert. Frankreich wird mit Folklore, Jazz, Chansons, aber auch HipHop musikalisch grüßen und seine Kochkünste vorführen: Sieben französische Spitzenköche führen die Besucher mit einer großen Kochshow in die Geheimnisse der elsässischen Küche ein.

Zum runden Jubiläum ist ein ausführliches deutsch-französisches Programmheft "50 Jahre Städtepartnerschaft" an der Infothek des Rathauses erhältlich, vielfältige Informationen dazu auch unter www.stuttgart.de/jubilaeum-stuttgart-strassbourg