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Ehemaliger Bezirksvorsteher Walter Höh gestorben

05.10.2012 Personalien
Walter Höh, von 1969 bis 1983 ehrenamtlicher Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Stuttgart-Ost, ist am 4. Oktober gestorben.

Höh setzte sich während seiner 14-jährigen Amtszeit als Vertreter des drittgrößten Stadtbezirks mit Ausdauer, Beharrlichkeit und großem Engagement für die Belange der Bürger ein und hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöten der Menschen in seinem Stadtbezirk. Walter Höh wurde am 10. Juli 1915 in Stuttgart geboren. Im Jahr 1956 zog er in den Stuttgarter Osten, wo er mit seiner Familie bis zu seinem Tod wohnte.

Die Lebensbedingungen für Familien lagen ihm besonders am Herzen. Insbesondere für die Wohnungsmodernisierung, den Bau familiengerechter Wohnungen und für Verkehrsberuhigung im Stadtbezirk setzte er sich mit großem Engagement ein. Für das von ihm vorangetriebene Projekt des Gemeinwesenzentrums am Ostendplatz machte er sich mit Nachdruck stark. Wegen fehlender Finanzmittel wurde das Projekt zunächst zurückgestellt und nach Höhs Amtszeit realisiert. Während seiner Amtszeit wurde die Begegnungsstätte am Ostendplatz geschaffen, daneben das Jugendhaus, neue Sportplätze und andere Vereinseinrichtungen.

Parallel zu seiner Arbeit im Bezirksbeirat machte sich Walter Höh für die Weiterentwicklung der Rechte und Aufgaben der Bezirksbeiräte in Stuttgart stark. An der Ausarbeitung der Geschäftsordnung der Bezirksbeiräte 1974 und an deren Neufassung 1982 war er maßgeblich beteiligt.

Nach seiner Mechanikerlehre bei der Firma J. Wizemann & Co und seiner Arbeit dort wurde er 1952 freigestellter Betriebsratsvorsitzender. In der Zeit von 1952 bis 1955 war er Technischer Angestellter beim Gewerbeaufsichtsamt Stuttgart. In Abendvorlesungen in der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie bildete er sich im Bereich Verwaltungs-, Staatsrecht und Betriebswirtschaft weiter. 1955 wechselte er als Technischer Angestellter zum Sozialministerium Baden-Württemberg in die Abteilung Arbeitsschutz und Gewerbeaufsicht und war dort bis 1977 tätig. 1978 ging er in den Ruhestand.

Das Amt des ehrenamtlichen Bezirksvorstehers übte Walter Höh noch bis 1983 aus. Ein Jahr später wurde ihm in Würdigung seiner großen Verdienste um die Allgemeinheit das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich früh bei den Jungsozialisten und der SPD. Darüber hinaus war er Beisitzer sowie Schöffe und Geschworener beim Amtsgericht Stuttgart. Noch bis Mitte der 90er-Jahre gönnte er sich keine Ruhe. Er hielt in der Akademie DEKRA in Wart Vorträge zum Thema "Sozialvorschriften für Fahrpersonal im Straßenverkehr" und referierte für die Gewerkschaft ÖTV zum Thema "Arbeitsschutzvorschriften" an deren Fortbildungsstätten. Er veröffentlichte ein Buch über Sozialvorschriften für das Fahrpersonal im Straßenverkehr.