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"Zeit für Zuwendung": Stadt setzt auf bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

08.10.2012 Soziales
Der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, Werner Wölfle, hat am Montag, 8. Oktober 2012, sein Konzept zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen vorgelegt. Ziel von 'Zeit für Zuwendung' ist es, die Beschäftigten in einer schwierigen familiären Situation zu unterstützen.

Aktuell beziehen etwa 2,5 Millionen Menschen deutschlandweit Leistungen aus der Pflegeversicherung. Mehr als zwei Drittel von ihnen werden zu Hause durch Angehörige oder ambulante Dienste versorgt. Im Jahr 2050 werden fast doppelt so viele Menschen auf Hilfe angewiesen sein. Gleichzeitig sinkt der Anteil erwerbsfähiger Menschen um ein Drittel. Diese Zahlen hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermittelt.

Bürgermeister Wölfle: "Auf diese Entwicklung muss die Stadtverwaltung eingehen. Die Pflege von Angehörigen ist nicht planbar. Zudem belastet sie die Betroffenen emotional, zeitlich und oft auch körperlich. Die Stadtverwaltung möchte es ihren Mitarbeitern ermöglichen, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen."

Wölfle weiter: "Der aktuelle Personalbericht unterstreicht eindrücklich, dass wir als Stadtverwaltung aktiv werden müssen. Immer mehr Mitarbeiter müssen sich mit dem Thema Pflege von Angehörigen auseinandersetzen." So sind 62 Prozent der städtischen Beschäftigten weiblich, davon sind 69 Prozent über 40 Jahre alt. "Vorwiegend Frauen übernehmen oder organisieren die Pflege. Deswegen haben wir zusammen mit dem Bürgerservice Leben im Alter, dem Eigenbetrieb Leben und Wohnen und dem Stuttgarter Klinikum das Konzept entwickelt. Das Wichtigste für mich ist: Es liefert maßgeschneiderte Ansätze für die unterschiedlichen Bedürfnisse unsere Mitarbeiter", so Wölfle.

Der Bürgerservice Leben im Alter unterstützt und berät die Beschäftigten bei Fragen zum betreuten Wohnen, zur Haushaltsorganisation, Alterserkrankungen, Demenz oder Behinderung. Der Eigenbetrieb Leben und Wohnen stellt sein gesamtes Angebotsspektrum bereit, dazu zählen die "Rund um die Uhr" Betreuung und Pflege im stationären Bereich, Unterstützung im Alltag durch Aufenthalte des Pflegebedürftigen in der Tagespflege oder Beratung bei Anträgen. Zudem bietet das Haupt- und Personalamt ein Seminar zum Thema "Pflegefall - was muss ich tun?" an. Darin erfahren die Interessierten alles zu Pflegestützpunkten, -leistungen, -versicherung oder der -finanzierung. Das Klinikum veranstaltet im kommenden Jahr Fortbildungen zu den Themen "Kinaesthetics", "Aromapflege", "Umgang mit Angehörigen mit Demenz" und "Vereinbarkeit von Pflege und Beruf".

Wölfle fasst zusammen: "Unser Konzept unterstützt die Beschäftigten in einer schwierigen, familiären Situation. Zugleich stärkt es die Stadtverwaltung als attraktive Arbeitgeberin. Wir reduzieren Ausfallzeiten und erleichtern es den Mitarbeitern, Beruf und Privatleben im Gleichgewicht halten."