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Bewegung als Schlüssel zum gelingenden Altern - EU fördert zum zweiten Mal Stuttgarter Projekt

06.11.2012 Sport
Die Bewegungsförderung von älteren Menschen in Stuttgart soll stärker ausgebaut werden. Ein von der Sportverwaltung der Landeshauptstadt beantragtes Projekt mit dem Titel "Fit for Life" wird nun durch die europäische Kommission gefördert. Im Rahmen des Projekts soll in einem Stadtteil Stuttgarts, in dem besonders viele Menschen über 60 Jahren leben, ein Modellprojekt initiiert werden.
"'Fit for Life' soll helfen, dass ältere Menschen möglichst lange selbstständig in ihren eigenen vier Wänden leben können", sagt Dr. Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport. Erfreut zeigt sie sich auch insbesondere darüber, dass sich gleich mehrere in Stuttgart ansässige Firmen und Stiftungen bereit erklärt haben, das Projekt zusätzlich finanziell zu unterstützen. Dies spiegelt die Relevanz des Themas wider. Im Rahmen des Projekts sollen konkrete Angebote für die Bedürfnisse älterer Menschen entwickelt werden, die selbstständig zu Hause leben.

Hier setzt das Projekt an, um durch Bewegung die Pflegebedürftigkeit im Alter hinauszuzögern. In Zusammenarbeit mit Vereinen, Begegnungsstätten, Kirchengemeinden, der freien Wohlfahrtspflege, Ärzten, Apotheken und Initiativen vor Ort sollen ältere Menschen kontaktiert werden. Dabei ist es dem Amt für Sport und Bewegung wichtig, die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Wünschen und Bedürfnissen zu berücksichtigen. So soll ein quartiersgerechtes Konzept zur Bewegungsförderung von älteren Menschen entstehen, das für viele Mitglieder dieser heterogenen Zielgruppe mit einem passenden Angebot aufwarten kann. Niederschwellige Angebote spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie qualitätsgesicherte Bewegungsangebote, die ein motorisches Training mit kognitiven Aspekten verknüpfen. Auch die Sturzprävention wird bei "Fit for Life" berücksichtigt.

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus Stuttgart, aber auch der europäischen Partnerstädte, aus dem Projekt "Fit for Life" dienen dazu, das Gesamtkonzept der Bewegungsförderung Älterer für die Landeshauptstadt Stuttgart und anderen Kommunen zu schärfen und auszubauen.

"Besonders erfreulich ist es, dass das Amt für Sport und Bewegung der Landeshauptstadt auch auf europäischer Ebene besonders aktiv ist und nun schon zum zweiten Mal in den vergangenen drei Jahren mit ihren Ideen den Zuschlag für europäische Fördermittel erhalten hat", sagt Dr. Eisenmann.

Die Förderung der Europäischen Kommission steht dieses Mal über eine 14-monatige Laufzeit (2013/2014) zur Verfügung, um in sechs europäischen Städten und Regionen Strategien und Maßnahmen für ältere Menschen in Europa zu entwickeln. Neben Stuttgart, wo das Projekt beim Amt für Sport und Bewegung koordiniert und maßgeblich organisiert wird, sind dies Rotterdam, Warschau, Bologna, Limoges und die Region Extremadura in Spanien. Unter dem Motto "Fit for Life" sollen dort mehr ältere Menschen zur regelmäßigen Bewegung finden. Jede der im "Fit for Life"-Projekt beteiligten Stadt muss in einem Pilotprojekt wichtige Strukturen etablieren und erste Initiativen umsetzen. Danach soll das Engagement auf die Gesamtstadt ausgeweitet werden. Auch über die Dauer des EU-Projekts hinaus wird die Landeshauptstadt Stuttgart sich intensiv um die Einbindung Älterer in einen aktiven, partizipatorischen Lebensstil bemühen.

Denn wie Sportbürgermeisterin Dr. Eisenmann sagt, "ist Bewegung bis ins hohe Alter ein Generalschlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden, der gleich in mehrere Schlüssellöcher passt und damit nicht nur die Gesundheit positiv beeinflusst, sondern auch die soziale Teilhabe stärkt und die Lebensqualität verbessert". Sicherlich gibt es auch andere Wege diese Ziele zu erreichen, aber keiner davon ist so universell.

Hintergrund
Das Engagement des Amts für Sport und Bewegung der Landeshauptstadt Stuttgart für eine EU-Förderung ist in Verbindung mit der kommunalen Sportentwicklung und deren Handlungsfeld "Bewegungsförderung Älterer" zu sehen. Die Sportverwaltung hat sich in den letzten drei Jahren intensiv mit der Bewegungsförderung von Kindern befasst und dabei in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt das Programm "kitafit" entwickelt.

"Jetzt rückt auch die Bewegungsförderung älterer Menschen in den Fokus, weil es in Zukunft immer mehr ältere Menschen in Stuttgart geben wird", sagt Bürgermeisterin Susanne Eisenmann.

Regelmäßige körperliche Aktivität leistet einen großen Beitrag dazu, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Welche effektiven Strategien gibt es hierzu? Das ist die Frage, die das EU-Projekt "Fit for Life" beantworten möchte.